misshappyreading: historisch
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21 September 2020

[Anzeige/Rezension] Die Tinktur des Todes - Ambrose Parry
Edinburgh 1847 - Medizinstudent Raven beginnt sein Praktikum beim bekannten Dr Simpson nur einen Tag nachdem er eine alte Freundin tot aufgefunden hat. Sarah, das Hausmädchen Dr Simpsons ist von dem Neuankömmling wenig angetan. Doch nachdem ein befreundetes Hausmädchen ein ähnliches Schicksal wie Ravens Bekannte ereilt müssen sich die beiden zusammen tun um dem Täter auf die Schliche zu kommen. 

Historische Krimis! Da liest dich der Klappentext schon immer wie ein richtig guter neuer Sherlock Film, oder? 



Ich habe immer schon gerne historische Krimis gelesen, ob Agatha Christie, Sherlock Holmes Klassiker oder auch 'neue Autoren' - irgenwie haben diese vergangenen Zeiten etwas besonders spannendes. Vielleicht liegt das für mich vor allem daran das die Rätsel ohne technische Hilfe gelöst werden müssen...

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Zu Beginn fand ich Raven ja schrecklich, wobei er als Charakter toll formuliert ist. Aber ich mochte ihn nicht. Um so mehr mochte ich Sarah! Eine Feministin, die noch nichts von diesem Begriff weiß!

Wegen den beiden war ich sofort in der Geschichte gefangen. 

Das Autoren Duo macht einen grandiosen Job wenn man mich fragt. Das Setting war einfach traumhaft. Ich bin wirklich mit den beiden Protagonisten durch Schottlands Hauptstadt im 19ten Jahrhundert gestiefelt.
 
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Eine tolle solide Krimi-Unterhaltung die ich jedem empfehlen kann der Krimis und Historisches gerne liest. Perfekt für die ersten kalten Tage die uns jetzt bevorstehen.

Es wird übrigendes weiter gehen mit der Reihe! Band 2 ist im Englischen schon verfügbar.

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Mitreissender Krimi im historischen Edinburgh - sehr lesenswert!

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Erscheinungsdatum: August 2020 | Verlag: piper / pendo Preis: € 16,99 [D] |ISBN: 978-3-86612-472-1 | Seiten: 464 Seiten | Sprache: Deutsch

Dies ist ein Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung.




31 März 2020

[Anzeige/Rezension] Nachttieger - Yangsze Choo
Ren muss etwas wichtiges erledigen. Er muss etwas finden, damit sein Herr, der kürzlich verstorben ist, seine Ruhe im Jenseits finden kann. Gemeinsam mit der betörenden Tänzerin Ji Lin begibt er sich auf eine abenteuerliche Reise. 

Reese Witherspoon ist schuld dass ich dieses Buch unbedingt lesen wollte. Nighttiger, der englische Titel, wurde von ihr für ihren bekannten Buchclub ausgesucht. Das kann nur Gutes bedeuten.





Wegen meinem kleinen Sohn (4 Monate) hatte ich lange keine Zeit mich mit dem Buch zu beschäftigen. Immer wieder habe ich die ersten Seiten gelesen und bin einfach nicht weiter gekommen. 

Das lag definitiv nicht am Buch, sondern an meiner fehlenden Zeit.  


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Als ich dann aber endlich einen Rhythmus gefunden hatte für mich und den Kleinen, konnte ich nicht mehr aufhören.

Ich hatte absolut keine Ahnung was in dem Buch passieren sollte. Ich liebe es wenn die Inhaltsangabe kaum etwas über das Buch verrät, denn so werde ich noch richtig überrascht von der Geschichte. 


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Der Schreibstil hat mir besonders gut gefallen, denn ich bin nur so durch die Seiten geflogen. Das Buch hat sich leicht gelesen und das hatte ich gar nicht so erwartet.

Die Welt beziehungsweise Stimmung in der die Geschichte spielt war mir zum greifen nahe! Ich habe den Dschungel vor mir gesehen und vor allem Ren. 

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Eine magische Geschichte die in eine vergangene Welt entführt. Sehr lesenswert.


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Erscheinungsdatum: Okt 2019 | Verlag: WunderraumPreis: € 22,00 [D] |ISBN: 978-3-336-54807-1 | Seiten: 576 Seiten | Sprache: Deutsch

Dies ist ein Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung.



25 März 2020

[Anzeige/Rezension] Geheimnis eines Lebens - Jennie Rooney
Joan hat ein Geheimnis. Spionage, Liebe, Krieg. Vage angelehnt auf dem Leben von Melita Norwood. 

Die Verfilmung, bzw. der Trailer, haben mich auf das Buch aufmerksam gemacht. Hört sich doch nach einer sehr spannenden Story an oder?





In die Geschichte hab ich mich super schnell eingefunden. Die Zeitsprünge sind genau richtig und bauen ein tolles Kopfkino auf.

Die Story ist wirklich spannend, denn alles beginnt damit dass die 'Alte Joan' von Agenten abgeholt wird. 

Als Leser weiß man zwar dass es sich NICHT um eine Verwechslung handelt, doch man hat keine Ahnung was sie getan haben könnte um so einen Aufruhr zu verursachen.  



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Am besten hat mir die Rückblende gefallen. Besonders weil ich mir den Trailer des Films angeschaut habe konnte ich mir alles so gut vorstellen.

Ich will gar nicht mehr zur Geschichte sagen, denn das würde euch spoilern. 


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Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, denn ehe ich mich versah hab ich 50 Seiten gelesen, und dass ist nicht immer der Fall.

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Wer moderne historische Romane mag wird sich super unterhalten fühlen.

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Erscheinungsdatum: Juni 2019 | Verlag: GoldmannPreis: € 10,00 [D] |ISBN: 978-3-442-48890-2 | Seiten: 560 Seiten | Sprache: Deutsch

Dies ist ein Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung.



07 Oktober 2019

[Anzeige/Rezension] Das Geständnis der Frannie Langton - Sara Collins
London 1826: Frannie war Sklavin, kam aus den Kolonien nach London um dort als Dienstmädchen zu arbeiten, und ist nun angeklagt für den Mord an ihren Arbeitgebern. Wird ihre Geschichte überhaupt gehört werden? Ein Kriminalroman mit Setting im England des 19 Jhds. 

Über dieses Buch bin ich zufällig gestolpert und war von der ersten Sekunde an begeistert. Vom Cover und von der Geschichte. 



Dieses Schmuckstück ist nicht einfach schnell dahin gelesen! Zu der harten Thematik Sklaverei, Versuche an Menschen und Mordprozesse im 19 Jhd. kommt noch Homosexualität dazu. Die Themen dieses Buches sind ein wahres Pulverfass, was es wirklich spannend macht! 

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Der Schreibstil war gewöhnungsbedürftig für mich, man hat sich hier eindeutig um Authentizität bemüht. Das bedeutete für mich lediglich dass ich länger brauchen würde das Buch zu lesen. Doch wer auf der Suche nach einer leichten Lektüre ist sollte sich gut überlegen ob er Frannie’s Geschichte lesen kann.

Frannie ist mir nicht sympathisch. Ihr Leben hat unglaublich hart begonnen und ich fühle für sie. Dennoch mag ich den Charakter nicht. Muss ich auch nicht, denn das tut der Geschichte keinen Abbruch. Ich habe so oft in Rezensionen geschrieben dass man einen Charakter nicht sympathisch finden muss um das Buch gut zu finden. Dieses hier ist ein perfektes Beispiel für mich!  


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Das Buch ist wirklich lesenswert aber man sollte sich auf jeden Fall bewusst sein dass man hier nicht mir simplem Lese-Entertainment rechnen sollte. Die Geschichte ist sehr tiefgründig und der Schreibstil fordert den Leser.

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Ein sehr besonderes Buch mit einer etwas anderen Sklavengeschichte.


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Erscheinungsdatum: Mai 2019 | Verlag: droemerPreis: € 22,00 [D] |ISBN: 978-3-426-28206-9 | Seiten: 432 Seiten | Sprache: Deutsch

Dies ist ein Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung.



21 August 2019

[Anzeige/Rezension] Ich bin Circe - Madeline Miller
Romantisch, blutig, lehrreich: Griechische Mythologie. Die Tochter des Sonnengotts Helios und der Nymphe Perse passt eher zu den sterblichen Menschen als in ihre Götter-Familie. Trotz ihrer Verbannung lässt sie sich nicht ihre Leidenschaft nehmen. Auf der Insel auf der sie ihre Verbannung ausharrt begegnet ihr auch Odysseus auf seinem Heimweg nach Ithaka nach dem Trojanischen Krieg. 
 
Coverliebe! Ich habe mich innerhalb von Sekunden für das Buch begeistern können aufgrund des Covers. Nach ein paar Goodreads Recherchen hatte ich den Verdacht dass hier etwas ganz großartiges auf uns wartet! Und jetzt sitze ich seit Mai auf dieser Rezension und würde sie so gerne schon in alle Richtungen brüllen. Aber da das Buch erst jetzt Ende August erscheint musste ich mich gedulden.




Die ersten Seiten muss man sich erst mal in eine komplett neue Welt einfinden. Die griechische Mythologie lässt viel Spielraum und meine Fantasie als Leser musste ganz schön arbeiten ein stabiles Bild aufzubauen. Mir half es mich an den Film Troja zu erinnern. Die Kostüme und Schauplätze waren gute Stützen.
 

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Jedes Kapitel erzählt eine Geschichte in der Circe eine Rolle spielt. Und nicht selten kennt man diese Geschichten. Wer hat nicht schon von Prometheus gehört oder dem Minotaurus? Immer wieder ist mir aufgefallen dass ich die Namen kenne, nicht aber die detaillierte Geschichte. 


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Wer tiefe Emotionen sucht ist hier fehl am Platz. Das Buch ist eher wie eine Filmische Dokumentation geschrieben, als ein Roman. Ich fand das großartig, denn irgendwie geht es ja um Geschichte. Falls nicht ganz klar ist was ich meine, 'Liebesszenen' sind abgehandelt mit den Worten: 'Sie hat ihn mit ihn ihr Bett genommen.' oder 'Nach ihrem Liebesspiel.' oder 'Sie fanden zueinander.' Erwartet also keine dramatischen Kussszenen in denen euch das Herz stehen bleibt.

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Ich hatte eine großartige Zeit mit dem Buch, auch wenn ich aufgrund der Dicke ab und an eine kleine Leseflaute hatte, wenn mich die Erzählung, welche ich gerade las, nicht so richtig packte. 


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Die griechische Mythologie ist und bleibt Faszination pur. Circe's Leben ist geprägt von Romantik, Blut, Hass und Feminismus. Lesenswert.

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Erscheinungsdatum: August 2019 | Verlag: Eisele Verlag (Ullstein)| Preis: 24,00 [D] | ISBN: 978-3-9616-1068-6  | Seiten: 528 Seiten | Sprache: Deutsch

Dies ist ein Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung.




16 Juli 2019

[Anzeige/Rezension] N oder M? - Agatha Christie
Geheimagenten-Pärchen Tommy und Tuppence müssen in den Wirren des zweiten Weltkriegs einen Nazi überführen. Und das möglichst ohne die eigene Tarnung auffliegen zu lassen. 

Mal ein bisschen anders. Zumindest was meine Agatha Christie Erfahrung angeht.


Wer mich kennt weiß das ich Agatha Romane toll finde. Mir gefällt es dass ihre Bücher durchdacht sind und wirklich schlüssig. Es gibt nicht schlimmeres als Krimis oder Thriller bei denen man sich a) wieder das gleiche in anderer Farbe oder b) da hat die Logik Löcher wie ein Schweizerkäse. 
Passiert nicht bei Christie!

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Die Autorin schafft es wie immer eine Geschichte toll zu konstruieren, ohne dass es 'konstruiert' wirkt. Normalerweise bin ich bei Christie Mordgeschichten gewohnt, dieses mal sind es Geheimagenten. Und es macht so viel Spaß mit zu rätseln.


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Allerdings will ich ehrlich sein, ich mag ihre Mordgeschichten lieber. Heißt nicht dass dieses Buch schlecht ist, auf gar keinen Fall. Doch kann ich mich für Mord und Totschlag ein bisschen mehr begeistern.


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Was mir sehr gut gefallen hat war die rasante Fahrt zum Ende der Geschichte. Zu Beginn sind wir noch recht detektivisch unterwegs, doch auf den letzten 20 Seiten geht es nochmal rund.  


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Die sogenannte Queen of Cozy Crime schafft es wieder. Spannend durchdacht und einfach gute Unterhaltung!

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Erscheinungsdatum: Mai 2019 | Verlag: hoffmann und campePreis: € 10,00 [D] |ISBN: 978-3-455-00483-0  | Seiten: 256 Seiten | Sprache: Deutsch

Dies ist ein Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung.




01 Oktober 2018

[Anzeige/Rezension] Guten Morgen, Genosse Elefant - Christopher Wilson
Juri Zipit ist zwölf Jahre und ein bisschen was. Juris Papa ist der Tierarzt des Hauptstadtzoos. Da lebt Juri auch. Doch in den Sommerferien passiert Unglaubliches. Plötzlich befindet sich Juri im Zentrum der Macht - mittendrin.

Als ich das Buch und vor allem den Klappentext entdeckt habe war ich angefixed. Die Inhaltsangabe hat mich sofort an ‚Den Hundertjährigen der aus dem Fenster stieg…‘ erinnert. Und ich wurde nicht enttäuscht. Die Geschichte um den kleinen Juri, der zum Vorkoster des Stählernen wird und ein paar Wochen im Labyrinth der Historie verschwindet, ist einfach genial!




Beginnen wir von vorne. Als erstes möchte ich den Schreibstil ansprechen (hier sei der Übersetzer Bernhard Robben sehr lobenswert erwähnt). Seit Tagen zerbreche ich mir den Kopf wie ich den Stil nennen könnte, ich habe mich für: herzlich und lebhaft entschieden *schmunzel* 

Aber Hand aus Herz, die Geschichte ist so locker und schwungvoll erzählt, ich habe gar nicht gemerkt wie ich durch die Seiten geflogen bin. Ganz großes Kino Herr Wilson/Robben.


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Der Hauptdarsteller der Geschichte ist Juri. Klein Juri stolpert sehr unbeholfen durchs Leben, aber das hat einen Grund. Er wurde nämlich mal überfahren. Deshalb ist er nicht ‚ganz richtig‘ im Kopf. Genau diese Besonderheit bringt ihm einen Posten bei Stalin höchstpersönlich ein. Vorkoster! Noch lange kein Teenager muss Juri sogar den Wodka des Staatsoberhauptes verkosten.




Juri ist mir sehr ans Herz gewachsen. Schon auf den ersten Seiten habe ich ihn lieb gewonnen, doch je mehr man seiner Geschichte lauscht, desto mehr verliebt man sich in ihn.

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Das ganze Buch ist aus Juris Sicht geschrieben, das bedeutet so manches interpretiert er eben mit seinem kindlichen und eher langsamen Verstand. Nichts scheint ihm suspekt. Und so verkehrt der kleine Mann beschwingt in den obersten Kreisen des Kommunistischen Russlands.

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Über die Geschichte will ich gar nicht zu viel verraten. Nur so viel: Ich habe so oft geschmunzelt während dem Lesen.
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Ich habe mich von der ersten Sekunde an in dieses Buch verliebt! Der Schreibstil, Juri, die Geschichte selbst – große Leseempfehlung für die regnerischen Herbsttage!

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Erscheinungsdatum: August 2018 | Verlag: Kiepenheuer&Witsch | Preis: 19,00 [D] | ISBN: 978-3-462-05076-9  | Seiten: 272 Seiten | Sprache: Deutsch

Dies ist ein Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung.




11 September 2018

[Anzeige/Rezension] Königskinder - Alex Capus
Tina und Max werden nachts auf einer Passstraße in den Alpen eingeschneit, nachdem ihr Auto von der Fahrbahn rutscht. Um sich die Zeit zu vertreiben bis zum morgen und der nahenden Rettung, erzählt Max seiner Frau eine Geschichte. Die Geschichte von Jakob und Marie, die sich viele Jahre zuvor genau an diesem Ort zugetragen haben soll.


Durch Vorablesen.de bin ich auf dieses Buch gestoßen und habe es noch vor Erscheinungstermin in Händen gehalten.



Wo fange ich am besten an dieses Buch zu beschreiben? Der rote Faden sind Tina und Max. Das Ehepaar fährt einen eigentlich gesperrten Pass und muss nach einem kleinen Unfall bis zum nächsten Tag ausharren. Bis die Schneefräse sich den Berg hochgearbeitet hat vertreiben sie sich die Zeit mit einer Geschichte.

Das ist mehr oder weniger alles was es zu Tina und Max zu sagen gibt. Zu Beginn des Buches wird der Leser noch schnell abgeholt, wie die beiden sich kennengelernt haben. 

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Die eigentliche Geschichte wird von Max erzählt, nämlich die Liebesgeschichte von Jakob und Marie. Deren Geschichte umfasste einige Jahre des 18. Jahrhunderts.

Max ist, wenn man so will, ein geborener Geschichtenerzähler. Als Leser interessierte mich auch ausschließlich das was Max zu erzählen hatte. 

Immer wieder wird seine Erzählung unterbrochen von Frequenzen aus dem 'Hier und Jetzt' - nervig!   

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Tina und Max sind mir beide recht unsympatisch gewesen. Sie sind recht zickig zueinander. Das ist relativ realistisch. Das Problem für mich als Leser war dass ich beide NUR in diesem Gemütszustand kennengelernt habe. 

So habe ich jedes mal gestöhnt wenn Max gefragt hat 'Bist du noch wach?'
 
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Die Geschichte von Jakob und Marie ist sehr süß und schön erzählt. Wobei ich mich bezüglich dem Ende der ungeliebten Tina anschließen muss.
 
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Alles in allem nett. Aber nicht unbedingt lesenswert.

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Erscheinungsdatum: August 2018 | Verlag: hanser literaturverlage | Preis: 21,00 [D] | ISBN: 978-3-446-26009-2  | Seiten: 176 Seiten | Sprache: Deutsch

Dies ist ein Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung.




28 August 2018

[Anzeige/Rezension] Alligatoren - Deb Spera
Südstaaten in den 20igern: Getrude, Oretta und Annie - drei Frauen die es nicht leicht haben. Sie kämpfen alle für ihre Freiheit, jede auf ihre Weise und doch gemeinsam. Die Liebe zu ihren Kindern und die besondere Freundschaft zueinander lässt sie Steine versetzen.
 

Es ist schon eine Weile her dass ich einen historischen Roman gelesen habe, also dachte ich es wird mal wieder Zeit. Der Klappentext hat mich bei diesem Roman überzeugt.




Was für eine Geschichte. Ich überstrapaziere das Wort wahrscheinlich, aber egal: KOPFKINO! In dieses Buch bin ich eingetaucht wie schon lange nicht mehr.

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Alle drei Frauen erzählen eine faszinierende Geschichte. Jede aus ihrer eigenen Perspektive. Die drei Protagonisten führen sehr unterschiedliche Leben, eine ist reich, eine ist schwarz, eine ist alt, eine wird geschlagen, zwei haben Kinder verloren, alle drei sind verheiratet. Sie sind sehr detailliert beschrieben von der Autorin und ich hatte keine Probleme mir jede von ihnen genau vorzustellen.


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Was die Autorin besonders gut macht: Sie weicht nicht vom Charakter der Person hab. Oft denkt man als Leser, wie kann sie das sagen?, wie kann so reagieren?, wie kann sie…. – doch jedes Mal fühlt sich die Reaktion für den jeweiligen Charakter realistisch an. 


Retta ist auch mein Licht in der Geschichte. Sie ist der Kitt der alle drei zusammen hält und die Brücken der Herkunft überwindet. Ihre Geschichte ist auch der herzzerreissenste für mich gewesen.
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Die Südstaaten in den 20igern sind ein tolles Setting. Es hat wirklich Spaß gemacht in diese Zeit einzutauchen. Ich war zu jeder Sekunde in der ich das Buch in Händen hielt in der Geschichte drin. Mit allen Sinnen. 

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Lobenswert erwähnen muss ich auf jeden Fall die Übersetzung. Ich kenne das englische Original nicht, doch die Art wie das deutsche Buch geschrieben ist, ist einfach toll. Es passt perfekt in die Zeit in der der Roman spielt. Das hat nicht unerheblich zu meinem Blockbuster-Kopfkino beigetragen. Also eine Runde Applaus für die Übersetzung.

Klitzekleiner Kritikpunkt ist das Cover, bzw. ein Teil des Covers. An sich finde ich es großartig, wenn das nicht der große Frauenkopf drauf wäre. Weniger ist mehr für mich.
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Eine tolle Geschichte. Wer historische Romane mag sollte dieses Buch nicht verpassen. Drei starke Frauen, die Südstaaten und die 20iger! Leseempfehlung.

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Übrigens erinnert mich das Buch an ein anderes richtig tolles Buch das ich vor ein paar Jahren gelesen habe:

mehr

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Erscheinungsdatum: September 2018 | Verlag: harper collins germany | Preis: 18,99 [D] | ISBN: 978-3-9596-7788-2  | Seiten: 376 Seiten | Sprache: Deutsch

Dies ist ein Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung.




24 August 2018

[Anzeige/Rezension] Thomas der Schwindler - Jean Cocteau
Thomas wird für den Neffen eines Generals gehalten, ein unschuldiges Missverständnis, doch der Träumer klärt die Situation nicht auf. Er stürzt sich in ein Abenteuer: der Erste Weltkrieg. Bald schon zieht er mit einem seltsamen Haufen an Selbstdarstellern und anderen Träumern an die Front, wo Wirklichkeit und Traum aufeinander prallen.

Das Cover des Buches hat mich gleich begeistert. Der Manesse-Verlag veröffentlichte eine Neuübersetzung des Buches, welches ursprünglich 1923 erschien.




Zuerst einmal muss ich die Optik des Buches erwähnen: I’m in love! Das Büchlein ist eine kleine handliche Hardcover Ausgabe mit farbigen Lesebändchen sowie Umschlag. Einige ‚Klassiker‘ sind auf diese Art neuübersetzt/gestaltet worden – ihr solltet euch auf jeden Fall ‚Frankenstein‘ ansehen (ES IST PINK!). Volle Punktzahl für die Optik.

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Zum Buch selbst – seid euch bewusst das es 1922 geschrieben wurde. Das damalige Publikum kam quasi frisch aus dem Krieg. Der Autor verzichtet größtenteils auf detaillierte Beschreibungen der Landschaft oder Umstände. Auch schildert er den Krieg von seiner absurden Seite. Die Charaktere sind keine Kriegshelden, erringen keine besonderen Siege oder erleben auch nur annähernd die Dinge, die man in einem Buch über den Krieg erwartet.


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Der Schwindler selbst ist ein Jungspund, der in kindlicher Manier durch das Kriegsgeschehen stolpert als wäre es ein Räuber-und-Gendarm Spiel, die Prinzessin die den Trupp befehligt sieht im Krieg eine Bühne die auf ihren Auftritt wartet, der Doktor der Geschichte macht nichts lieber als seine Mitarbeiter zu hypnotisieren.

All die Figuren sind knapp geschildert und nur grob für den Leser skizziert. So geht die Fantasie ihre eigenen Wege. Trotz Kriegsschauplatz ist der ganze Roman fröhlich erzählt, da die Protagonisten den Krieg kaum als das wahrnehmen was er ist. Kekse, Theaterstücke, quasi Front-Urlaub, direkt an der Front. 



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Im Roman mischt sich die Inszenierung mit der Realität, gleiches gilt für den Roman selbst, denn Jean Cocteau inszenierte mit Thomas nicht nur eine Fantasiegestalt, sondern auch ein wenig Selbstbildnis. Cocteau meldete sich freiwillig für die Front, wurde allerdings ausgemustert. So beschloss er auf eigene Faust einen Krankentransport für Verwundete ins Leben zu rufen. Jean Cocteau stolzierte daraufhin mit goldener Fantasieuniform durch Frankreich um den Menschen seine Wichtigkeit im Krieg vorzuhalten.


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Zu Beginn wirkte der Roman ein wenig als handle es sich um eine Rohfassung, deren Vollendung noch aussteht. Allerdings liest man sich nach einer Weile in die abgehackten Sätze ein.
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Erster Weltkrieg einmal anders. Kekse und Theater an der Front. Wer braucht schon Realität wenn die Fantasie so viel spannender ist?

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Erscheinungsdatum: April 2018 (Original 1923) | Verlag: manesse | Preis: 20,00 [D] | ISBN: 978-3-7175-2420-5  | Seiten: 192 Seiten | Sprache: Deutsch

Dies ist ein Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung.