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20 Juni 2018

[Rezension] Grausames Erbe - L.S. Hawker
Petty wächst abgeschottet von der Außenwelt bei ihrem Vater auf. Von Kindesbeinen an wird die gedrillt, sie kann mit Waffen umgehen und hat kaum Kontakt zu anderen. Als ihr Vater plötzlich verstirbt ist Petty auf sich alleine gestellt. Doch das Testament zwingt Petty zu handeln - sie flüchtet, vor einer Vergangenheit die sie nicht zu kennen scheint.

Über das Buch bin ich spontan gestolpert. Der Klappentext hat mich geködert, eine Kickass-Verfolgungsjagd war genau das was ich gebraucht habe.



Dies ist ein wirklich solides Debüt! Schon am Klappentext ist erkennbar das die Geschichte action-geladen ist.

Petty stolpert quasi über Dekker, der ungewollt zu ihrem Komplizen wird. Petty und Dekker müssen flüchten, wovor wissen sie selbst nicht genau. Mit dem Tod ihres Vaters wird Petty’s ganzes Leben auf den Kopf gestellt. Alles was sie über sich zu wissen glaubte stellt sich als Lüge heraus
.

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Dekker vergleicht Petty mit E.T., denn sie kennt es nicht sich innerhalb einer Sozialen Gruppe zu bewegen, was zu sehr unterhaltsamen Situationen führt. Sicherlich habe ich mich manchmal gefragt wie realistisch ihre Reaktionen auf manche Menschen oder Floskeln ist, doch das lasse ich als schriftstellerische Freiheit durchgehen.

Mir hat es Spaß gemacht das Buch zu lesen, ich mochte alle Charaktere, es gab einen roten Faden, es hat alles am Ende Sinn gemacht und der Spannungsbogen riss nie ab.


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Mein einziger Kritikpunkt ist der Titel. Nicht das dieser schlecht wäre, aber ich ganz passend ist er nicht. ‚Grausames Erbe‘ vermittelt eher den Eindruck dass etwas ‚Brutales‘ passiert. Sicher ist das Buch spannend und action-reich, aber ‚grausam‘ und ‚brutal‘ …. nicht so ganz.
Der Englische Titel gefällt mit deutlich besser: ‚Drowning Game‘


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Übrigens erinnert mich das Buch ein bisschen an ‚Die Rache der Polly McClusky‘ – das Buch habe ich richtig gefeiert.

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Testamente können die Hinterbliebenen schon mal vor den Kopf stoßen wie Petty oder einfach seltsam sein:
  • Die Frau des Dichters Heinrich Heine bekam ihr Erbe nur wenn sie erneut heirateten würde.
  • Millionär Wellington Burt lies sein Erbe erst 21 Jahre nach dem Tod seines letzten Überlebenden Enkel auszahlen (er starb 1919, das Erbe wurde 2010 ausgezahlt)
  • Luis […] Camara suchte sich wahllos 70 Fremde aus Lissabons Telefonbuch als seine Erben aus.
 Quelle

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Welche Frage liegt mir nach der letzten Seite auf der Seele:
Was ist mit Sarx und Tesla passiert?

Keine Sorge, das ist kein Spoiler! Die Hunde verschwinden einfach aus der Erzählung. Das hat mich geärgert. Ich wüsste gerne was aus ihnen geworden ist. Selbstverständlich dichte ich mir das Ende der zwei selbst dazu, aber von der Autorin hätte ich erwartet dass die mit einen gewissen Schluss schuldet für die Vierbeiner.

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Die Geschichte war literarisches Popcorn-Kino für mich. Es gibt Aktion, Spannung, eine kleine Prise Romantik und vor allem eine Power-Frau.

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Erscheinungsdatum: Februar 2017 | Verlag: HarperCollins Germany | Preis: 8,99 [D] | ISBN: 978-3-9596-7613-7 | Seiten: 352 Seiten | Sprache: Deutsch

Dies ist ein Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung.




18 Juni 2018

[Rezension] Radium Girls - Kate Moore
In den 20iger Jahren gab es eine immense Nachfrage für Uhren und Instrumente in Flugzeugen aufgrund des Ersten Weltkrieges. Der Clue an der Sache war, das radioaktives Pulver vermischt mit Kleber (und weiteren Sachen) im Dunkeln leuchtet. Damit unter anderem die Soldaten auch Nachts die Uhrzeit sehen konnten und Piloten die Instrumente im Flugzeug, wurden Zahlen und Ziffernblätter mit radioaktiver Farbe bemalt. Das wiederrum war der Job der ‚Dial-Painter‘ oder auch ‚Radium Girls‘ – unzählige junge Frauen mit viel Fingerspitzengefühl bemalten tausende von Uhren.
Dazu hatten sie Kamelhaarpinsel, diese zogen sie mit den Lippen spitz, um die feinen Striche sauber aufmalen zu können. So haben sie es gelernt. Lippen, Farbe, Malen. Mit jedem Strich, gelangte so radioaktives Material in ihren Mund. Ein Todesurteil auf Zeit
.



Seit Monaten bin ich begeistert von OurSharedShelf, dem feministischen Buchclub von Emma Watson. Was mir besonders daran gefällt ist, dass es mich dazu gebracht hat Bücher zu lesen die ich vermutlich nie bemerkt hätte. Radium Girls ist eins dieser Bücher. Das Non-Fiction Buch von Kate Moore ist als eins der zwei Mai/Juni Bücher ausgewählt worden. Das zweite Buch ist ‚The Hate That U Give‘ – welches ich bereits gelesen habe (ich war begeistert – hier die Rezension).

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Das Buch erzählt die Geschichte von zwei Gruppen ‚Radium-Girls‘ die ihre Arbeitgeber verklagen für ihren eigenen Mord. Ein Kampf David gegen Goliath. Mit ihren Gerichtsverhandlungen kämpfen sie nicht nur für sich selbst, sondern für alle Mädchen die noch dort arbeiten, als auch für die Rechte aller Arbeitnehmer.

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Die ‚Radium-Girls‘ haben mich ungemein beschäftigt. Bevor ich mit dem Buch angefangen habe, habe ich einen sehr interessanten Artikel über sie gelesen. Tatsächlich muss ich gesehen dass ich zuvor nie von den ‚Radium Girls‘ und ihrer Geschichte gehört habe. Es ist eins dieser Bücher über das man unbedingt reden möchte.

Nahezu jedem in meiner Umgebung musste ich davon berichten, alle haben gesagt sie haben noch nie von der Geschichte der Frauen gehört. Es gibt keinen Zeitungsartikel oder YouTube Video zu dem Thema das ich nicht gelesen oder gesehen habe.


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Was ich mit all dem eigentlich sagen will: Das Buch ist absolut zu empfehlen. Allerdings sei gesagt, es gibt im Moment noch keine deutsche Übersetzung. Man sollte auf jeden Fall einigermaßen sicher sein in Englisch, bevor man danach greift oder sich ein bisschen mehr Zeit einplanen als gewohnt.

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Welche Frage liegt mir nach der letzten Seite auf der Seele:
Wie wichtig ist uns der Fortschritt, was sind wir gewillt dafür zu riskieren?

Als Radium entdeckt wurde, hat man sehr schnell herausgefunden dass Radioaktivität schädlich ist. Doch in Zeiten ohne Internet verbreitete sich diese Information sehr langsam. Zudem haben die Menschen Zeitungen und Arbeitgeber deutlich weniger in Frage gestellt als heute. 

Ich denke ein Mensch muss immer mehr wert sein als eine Idee. Egal wie 'sinnvoll oder hilfreich' diese Idee scheinen mag, es darf nie ein Leben dafür aufs Spiel gesetzt werden. Schon gar nicht unwissentlich.

Die Firmen haben das Leben der Mädchen bewusst für den Profit eingetauscht. 
  
Ach und wo wir beim Thema sind, möchte ich jedem den Buchclub von Emma Watson ans Herz legen. Oft gibt es die Bücher ebenfalls auf Deutsch. Oder ihr verfolgt einfach die Diskussionen. Ihr könnt dem Buchclub bei Instagram folgen oder richtig mit einsteigen bei Goodreads. 

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Eine unglaubliche und wahre Geschichte über den Kampf der ‚Radium Girls‘ mit ihren Arbeitgebern. Der Beginn des Arbeitnehmerrechts, erstritten von Totgeweihten Frauen in den 20iger bis 40iger Jahren.

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Erscheinungsdatum: April 2017 | Verlag: Sourcebooks | Preis: 17,99 [D] (Preis kann ja nach Shop abweichen) | ISBN: 978-1-492-64935-9  | Seiten: 496 Seiten | Sprache: Englisch

Dies ist kein Rezensionsexemplar




15 Juni 2018

Feminismus & Power Women
Ja Feminismus ist das Thema. Müdes Gähnen aus allen Ecken.



Mein heißgeliebtes und oft genutztes Zitat von Caitlin Moran:

“But, of course, you might be asking yourself, 'Am I a feminist? I might not be. I don't know! I still don't know what it is! I'm too knackered and confused to work it out. That curtain pole really still isn't up! I don't have time to work out if I am a women's libber! There seems to be a lot to it. WHAT DOES IT MEAN?'
I understand.
So here is the quick way of working out if you're a feminist. Put your hand in your pants.

a) Do you have a vagina? and
b) Do you want to be in charge of it?

If you said 'yes' to both, then congratulations! You're a feminist.”
― Caitlin Moran, How to Be a Woman


Wenn sich eine Frau nicht als Feministin betiteln möchte denke ich immer: ‚Feminismus ist doch keine Krankheit die man hat.‘
Warum also möchten manche Frauen damit nicht in Verbindung gebracht werden? Die Personen die ich gefragt habe (‚Warum nicht?‘) haben doch tatsächlich gesagt dass es ‚nicht sehr weiblich/ladylike wäre und sie nicht der Typ Frau sind der oben ohne auf Demonstrationen geht‘
Meine Reaktion: WTF?? Seriously?

Genau in solchen Momenten habe ich Caitlins Frage weitergegeben:  Willst du über dich selbst bestimmen? Ja. Dann bist du Feministin. Like it or not.

Halten wir also fest: Wir sind/sollten alle Feministen sein.

Ja auch die Männer: wer möchte das Frau, Freundin, Mutter, Schwester etc. diese Frage mit Ja beantworten können, dann Glückwunsch, du bist ein Feminist.

Feminist Friday Frage (von arsEdition):


Wer ist für euch eine starke Frau und warum? Was macht diese Frau so besonders?

Die Antwort fällt mir nicht leicht, es gibt viele Power Frauen die ich bewundere: Emma Watson, Michelle Obama, Hilary Clinton, Gloria Steinem...

Dennoch: Die Power Frau in meinem Leben möchte ich selbst sein, also ist meine Antwort: ICH!

Bei Feminismus geht es darum man selbst sein zu dürfen, über sich selbst bestimmen zu dürfen. All diese Power Frauen versetzen Berge damit dass möglich wird, damit wir alle ein Stimme haben die zählt. Neben den bekannten Persönlichkeiten gibt es auf Freunde, Arbeitskollegen oder gar fiktive Personen die ich bewundere.

Seit ich mich mit dem Thema beschäftige denke ich viel darüber nach wie und wer ich sein möchte. Wie genau meine Standpunkte sind. Meine Interessen. Meine Meinung.
Dafür darf ich den Blick aber nicht in die Ferne richten, sondern nach innen. Ich muss meine Stärke finden und diese wie eine Rüstung anlegen.

“You cannot easily fit women into a structure that is already coded as male; you have to change the structure.”
― Mary Beard, Frauen & Macht: Ein Manifest


Meine Rezension zu Frauen & Macht findet ihr übrigens hier.

Auch das Team von arsEdition beschäftigt sich mit dem Thema „Power Women“ – Starke Frauen auf dem Vormarsch. Passend zum Erscheinen des Buches: Power Women – Geniale Ideen mutiger Frauen (klick)



25 wahre Geschichten von Frauen und Mädchen, die ihren Fußabdruck in der Geschichte hinterlassen haben.

Hier könnt ihr in dem Buch blättern: Link zum Verlag

Zum Thema werden in der nächsten Zeit noch ein paar Posts folgen.
Ich hoffe ich konnte den ein oder andern überzeugen sich mit Feminismus auseinander zu setzen.



05 Juni 2018

What happend in May? - Not much!
Ok. Wo bitte ist der Mai hin? Ernsthaft. Der Monat hat sich kompett an mir vorbei geschlichen. Tatsächlich war der Mai mein 'stressigster' Monat in der Arbeit. Daher bin ich leider auch kaum zum lesen gekommen. Was mich sehr ärgert und mein Leseziel nicht gerade unterstützt.



Aber nichts desto trotz kann ich ein (!) Buch prästentieren das ich gelesen und rezensiert habe. Eignetlich habe ich noch 'Palace of Glass' angefangen (Rezension). Aber das Buch werdet ihr im Monatsrückblick nicht finden.

Warum?

Vielleicht habt ihr das Buch in den Social Media Kanälen gesehen. Die Autorin ist sehr aktiv und das Buch wurde an viele Blogger (unter anderem mich) geschickt.
Worüber ich mich unglaublich gefreut habe. Allerdings bin ich mit der Geschichte nicht warm geworden. Wer mehr darüber wissen will kann sich meine Rezension anschauen.

Traurigerweise bleibt dann nur ein Buch übrig. Ja - Schande über mich. Aber der Juni ist bisher schon sehr vielversprechend. Ende des Monats habe ich sicher viel mehr zu berichten.


Suizid - Dean Knootz
    • FBI steht für Federal Bureau of Investigation und ist Strafverfolgungsbehörde als auch Inlandsgeheimdienst der USA
    • Die Behörde formte sich zu Beginn aus Angestellten des Justizministeriums und ehemaligen Mitarbeitern des Secret Service
    • Das Motto der Bundesbehörde lautet: Fidelity, Bravery, Integrity („Treue, Mut, Rechtschaffenheit“)

    Quellen findt ihr auf der Original Rezension (klick auf den Titel).

    mehr 






    [Rezension] Frauen & Macht - Mary Beard
    Wie steht es auf dem Buch so schön: Der #1 Bestseller aus Großbritannien zum Thema Feminismus, Gleichberechtigung und #MeToo 

    Das Thema Feminismus beschäftigt mich sehr zur Zeit. Als ich mein neues Buch für Oursharedshelf bestellt habe (Radium Girls), ist mit dieses Buch ins Auge gestochen. Ich musste es einfach mitnehmen.



     
    Das Buch hat wenige Seiten. Davon einige mit antiken oder mittelatlerlichen Zeichnungen, aber auch modernen Bilder (Hilary und Medusa...)

    Diese wenigen Seiten sind gefüllt mit einem 'Vortrag' zum Thema: Woher kommt das Frauenbild das wir haben?


    ***

    Eine ganz interessante Frage in dem Buch war folgende: Wir wollen mehr Frauen in Führungspositionen, mehr Frauen in der Politik etc. Aber warum wollen wir das überhaupt? Was erhoffen wir uns davon?

    Ja das ist eine sehr interessante Frage, über die ich noch gar nicht fertig nachgedacht habe. Ich möchte auch mehr Frauen in der Politik, aber ich muss noch mit mir selbst ausmachen was ich mir davon verspreche.

    Mein erster Gedanke war: Es ist gut für den Ruf der Frau(en). 

    Das hört sich erst man härter an als es gemeint ist. Doch ehrlicherweise erfüllt es mich mit stolz das UNSERE Frau Merkel eine der mächstigsten Personen der Welt ist. Eine Rede von Michelle Obama macht mich stolz eine Frau zu sein in der heutigen Zeit. 

    Vielleicht ist es das was ich mir in erster Linie davon verspreche.... Vorbilder. Ein Superheldin. Menschen die 'bewegen'.
       
    ***

    Das Buch ist sehr lesenswert. Soviel kann ich sagen. Mary Beard hat es aus mehrern Vorträgen die sie zum Thema gehalten hat zusammen gefasst. Sie zeigt darin den Weg auf den 'Frauen' bereits hinter sich haben und versucht zu erklären warum wir (WIR FRAUEN) noch an unserer eigenen Wahrnehmung arbeiten müssen (im positiven Sinne).

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    Wer sind die wichtigsten Kämpfer für den Feminismus (zumindest für mein Empfinden).
    • Emma Watson - Warum? Weil sie mich daszu gebraucht hat mich mit den Thema zu beschäftigen. Ich kann nicht oft genug von 'oursharedshelf' sprechen. Schaut mal vorbei. Macht mit. Ich freue mich über Leute zum austauschen!
    • Malala Yousafzai - Warum? 1997 geboren, Aktivistin, Friedensnobelpreis - Malala ist ein Name den man kennen MUSS!
    • Alice Schwarzer - Warum? Sie ist DIE deutsche Feministin. Beschäftigt euch ein wenig mit ihr. Sie ist eine polarisierende und interessante Frau.
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    Wer sich für Feminismus interessiert sollte Frauen & Macht lesen. Kurz und knapp, warum wieso weshalb wir erst auf der Hälfte der Strecke sind.

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    Erscheinungsdatum: März 2018 | Verlag: s. Fischer | Preis: € 13,00 [D] | ISBN: 978-3-10-397399-0   | Seiten: 112 Seiten | Sprache: Deutsch

    Dies ist kein Rezensionsexemplar