misshappyreading

27 Mai 2019

[Anzeige/Rezension] Die stumme Patientin - Alex Michaelides
Alicia schießt ihrem Ehemann fünf mal in den Kopf. Die beiden würden sich lieben sagen Freunde und Bekannte. Alicia schweigt und kommt in eine geschlossen Anstalt, dort versucht Psychiater Farber der Sache auf den Grund zu gehen. Sein einziger Hinweis, ein Bild das Alicia malt, eine Selbstdarstellung als Alkestis. 
 
Auf das Buch bin ich durch Goodreads gestoßen. Auf der Seite wurde das Buch unglaublich gelobt als einer der besten Thriller seit langem. Und der Klappentext hört sich auch unglaublich spannend an. Als ich das deutsche Cover des Buches gesehen habe bin ich allerdings erschrocken, das ist ja grässlich! Gefällt mir gar nicht und hätte ich nicht die enlgischen Lobpreisungen gelesen, hätte ich es vermutlich von meiner Liste gestrichen. Das ist mein voller Ernst. Das 'englische' Cover ist deutlich ansprechender (für mich zumindest).


Nachdem dieser Thriller so gehypet wurde habe ich große Erwartungen gehabt. Diese wurde allerdings nur zum Teil erfüllt. Und das lag an der Stimmung des Buches.

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Theo, Alicia, die Nebencharaktere – sie alle waren mir unglaublich unsympathisch. Die Stimmung die das Buch auf mich übertragen hat war trist und irgendwie bedrückend. Für viele mag das den Flair des Buches ausmachen, für mich bedeutete es dass ich mich durch die Seiten kämpfen musste. Besonders weil ich mich bis zum Schluss für keinen erwärmen konnte.


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Die Auflösung ist toll! Keine Frage, das ist ein richtig guter Thriller der auch gut als Film funktionieren könnte. Leider muss ich sagen war es mir wirklich egal was mit Alicias Mann passiert ist. War sie es oder war sie es nicht, warum und weshalb spricht sie nicht mehr? Durch die Stimmung die das Buch in mir ausgelöst hat bin ich sehr distanziert geblieben von den Protagonisten und habe mich deshalb auch nicht für ihr Schicksal begeistern können.

Das ist auch der Grund, weshalb ich mich sehr schwer tue das Buch zu bewerten, denn schlecht ist es nicht! Es ist sogar recht gut. Die Stimmung war einfach nichts für mich. Dennoch finde ich die Geschichte sehr gelungen und das Konzept ist mal eine nette Erfrischung. 

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Vermutlich ist einfach der Erzählstil des Autors nicht kompatibel mit meinem Lesegeschmack. Das Buch ist es auf jeden Fall wert gelesen zu werden und ich ‚bereue‘ ist nicht Zeit dafür investiert zu haben.

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Der Stil gefällt mir nicht, die Geschichte ist allerdings sehr spannend und mit einem einmaligen Twist.

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Erscheinungsdatum: Mai 2019 | Verlag: droemer| Preis: 14,99 [D] | ISBN: 978-3-426-28214-4  | Seiten: 384 Seiten | Sprache: Deutsch

Dies ist ein Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung.




13 Mai 2019

[Anzeige/Rezension] Gehetzt - Dean Koontz (Jane Hawk 2)
Die Lehrerin des Jahres jagt sich in die Luft und nimmt diverse Unschuldige mit in den Tod. Unerklärlich. Doch Jane Hawk weiß was dahinter steckt. Sie ist Staatsfeind Nummer Eins weil sie es herausgefunden hat. Doch so leicht gibt sie sich nicht geschlagen, denn es gibt noch viele für die es sich zu kämpfen lohnt. 
 
Es ist lange her dass ich mich an eine Thriller Reihe gewagt habe. Doch nachdem ich Suizid sehr gut fand und vor allem kein zufriedenstellendes Ende bekommen habe, musste ich mir den neuen Jane Hawk gönnen!



Wie beim ersten Teil war ich ein wenig eingeschüchtert von den vielen Kapiteln. Aber Herr Koontz hat es innerhalb von 10 Seiten geschafft mich wieder völlig in Janes Welt zu ziehen. Bei Reihen ist das ein nicht zu unterschätzender Pluspunkt. Denn oft habe ich nicht die Geduld mich 200 Seiten erst einmal wieder 'einzulesen'.
 
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Jane Hawk ist ein toller Charakter! Ich folge ihr gerne und mag ihren Kackass-Charakter. Das Buch ist sehr Aktion-reich, jedoch habe ich nicht das Gefühl dass die Protagonistin 'übertrieben' gut ist in allem. Einzig 'zu' hübsch. Sie wird jedes Mal als Topmodel beschrieben... das macht sie dann doch ein bisschen zu einem Übermenschen. Schön, schlau, stark, cool, Knarre... Jane ist Lara Croft und Wonderwoman in einem.


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Abgesehen von einer 'zu überdinemnsional' tollen Jane ist der zweit Punkt auf der Negativseite: viele Namen. Man muss schon bei der Stange beleiben um zu wissen wen wir nun alles schon kennen. Wer von den Bösen jetzt gleich nochmal der 'höher Gestellte' war. 

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Aber, alles andere an diesem Buch steht für mich auf der Pro-Seite. Die Geschichte ist gut. Genug Aktion. Genug Charaktere um die man sich sorgt. Immer wieder eine neue Storyline, die perfekt dazu passt. Einfach ein spannendes Buch das mich schon neugierig auf Teil 3 macht!

Ein würdiger Teil 2.

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Lesenswerter Aktion-Thriller der gut entertaint! Auf jeden Fall Teil 1 vorher lesen: Suizid!

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Erscheinungsdatum: Februar 2019 | Verlag: harpercollins| Preis: 11,99 [D] | ISBN: 978-3-959-67801-8  | Seiten: 448 Seiten | Sprache: Deutsch

Dies ist ein Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung.




06 Mai 2019

[Anzeige/Rezension] Böses Geheimnis - B.C. Schiller
Lisa Manz verschwand vor fünf Jahren und tauchte als verbrannte Leiche wenige Tage später wieder auf. Der Fall wurde nie gelöst. Levi Kant, der Ermittler im Fall Lisa Manz, musste nach einer Schussverletzung den Dienst quittieren, der fall ließ ihn nie los. Psychiaterin Olivia  Hofmann hat selbst ein schlimmes Schicksal erlebt, vor Jahren verschwanden ihr Mann und ihre Tochter spurlos. Jeden Jahrestag erhält sie eine Karte mit den Worten ‚Es tut mir Leid‘. Als ein Patient von Olivia behauptet Lisa wäre aus der Hölle zurück gekehrt müssen Levi Kant und Olivia an einem Strang ziehen, um den Fall endlich zu lösen. 

Das Buch des Autoren Duos B.C. Schiller gelangte durch eine super tolle Aktion von Ehrlich & Anders zu mir. Die Aktion begann mit einer mysteriösen Postkarte die mich erreichte mit den Worten ‚Es tut mir Leid‘ (gruselig oder?) Als nächstes kam ein Paket mit einem in schwarzes Papier eingepacktem Buch. Böses Geheimnis von B.C. Schiller …




Ich muss ehrlich sein, das Buch hat mich nicht umgehauen. Der Sinn von Rezensionen ist es eine ehrliche Meinung kund zu tun, das habe ich auch vor, auch wenn ich die Aktion zu dem Buch grandios fand. Das Buch war es nicht.

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Auf 250 Seiten genug Beweise zu streuen, die für den Leser am Ende plausibel erscheinen, aber ihn nicht zu früh auf die Spur des Täters bringen, ist sicherlich schwer. Für mein Empfinden wusste ich zu schnell was Sache ist, denn die ‚Hinweise‘ waren zu offensichtlich.

Die Geschichte selbst hat mir gut gefallen. Psychiatrien sind ja immer ein spannender Austragungsort für Krimis. Ärzte die nicht nur im Sinne der Patienten handeln sondern auch im Namen der Wissenschaft oder gar eigener Interessen. Auch Cold Cases finde ich spannend. An sich also gute Ansatzpunkte.

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Ein Kapitel welches ich komplett gestrichen hätte ist das von Kants Oma – per se ist die Geschichte von ihr herzzerreißend. Aber bei so wenigen Seiten interessiert mich tatsächlich nur die eine Geschichte um die es geht, nicht die irrelevante Lebensgeschichte eines Verwandten eines der Protagonisten. 


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Und, Gott ich fühle mich richtig schlecht das ich noch etwas zu bemängeln habe, die Sprache gefiel mir nicht. Das kann ich genauer erklären: Die Dialoge wirkten holzig und ungelenk – aufgesetzt. Anders gesagt, ich nehme den Leuten nicht ab dass sie so miteinander sprechen würden (oder gar nicht sich selbst). Mag grammatikalisch alles einwandfrei sein, aber mir hat es den Flair genommen, weil deshalb der Film in meinem Kopf nicht mehr flüssig lief.

Also Story ganz gut, mehr Seiten wären toll gewesen (hätte der Story mehr Leben eingehaucht), Sprache eher semi. Durchaus Potenzial, aber nicht ausgeschöpft. Rattenkinder von B.C. Schiller hat mir deutlich besser gefallen muss ich gestehen.
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Potenzial nicht ausgeschöpft (das können die Autoren besser!). Guter Ansatz, aber zu wenig ausgearbeitet!

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Erscheinungsdatum: April 2019 | Verlag: Edition M (LINK ZU AMAZON) | Preis: 9,99 [D] | ISBN: 978-2-91980-813-7  | Seiten: 252 Seiten | Sprache: Deutsch

Dies ist ein Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung.




02 Mai 2019

[Anzeige/Rezension] Die Lüge - Mattias Edvardsson
Vater, Mutter, Kind. Eine fast normale Familie. Die achtzehnjährige Stella steht vor Gericht, sie soll einen Mann brutal nieder gestochen haben. Ihr Vater, ein Pastor, versucht verzweifelt herauszufinden wer lügt und seiner Tochter damit die Zukunft nimmt. Die Mutter, eine Anwältin, geht den Fall pragmatisch an. Beide geben alles um Stella zu schützen. Wie weit sind die beiden breit zu gehen, für ihre Tochter?
 

Eine absolute Klappentext Entscheidung! Die Geschichte hört sich so spannend und verworren an, dass ich sie einfach lesen musste!
 




Ich war sehr schnell ‚angefixed‘. Die Erzählung beginnt aus Sicht von Adam, Stella’s Vater. Zwischen aktuellen Ereignissen und Rückblenden zu Stellas Teenagerjahren erfährt man viel über die Beziehung der beiden. Man beginnt auch zu versehen warum die Verbindung einige Risse hat.


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Während man so Adams Erzählung lauscht kommt ein wenig Langeweile auf. Mir hätte Adams Part der Erzählung um einiges kürzer gereicht. Nahezu die Hälfte des Buches besteht aus der Sicht des Pastors. Stella und ihre Mutter bekommen jeweils nur ein Viertel.
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Adams Part ist wichtig um die Dynamik der Familie zu verstehen. Seine Tochter kann seine Erwartungshaltung nicht erfüllen, das weiß sie und reagiert entsprechend. Doch sind die beiden meiner Meinung nach gar nicht so verschieden, denn Adam trifft einige sehr dumme Entscheidungen und handelt aus dem Affekt heraus. 



Stella’s Part der Geschichte ist besonders spannend. Während Adam völlig im Dunklen tappt lernt man nur, das nicht alles zusammen passt. Es gibt Grund an der ‚Story der Polizei‘ zu zweifeln.
Doch als Stella zu Wort kommt, beginnen die Zweifel zu verfliegen. Stella ist ab und an mal aggressiv, Stella gibt einen Dreck auf Regeln. Sie hat ein nicht optimales Verhältnis zu ihren Eltern und findet ihr Leben unglaublich langweilig. Stella könnte einen Mord begehen, da bin ich mir fast sicher.

Mit Stella schlägt das Buch eine neue Richtung ein. Die Erzählweise passt sich dem Charakter an und man beginnt mit ihr mit zu fühlen. 


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Als endlich die Anwältin und Mutter Ulrika zu Wort kommt wird das Buch richtig spannend. Die Längen und Langeweile die ich zeitweise bei Adam hatte war wie weggeblasen. Endlich ist die Verhandlung und ich war gespannt was passieren wird und auch ob man als Leser überhaupt die Wahrheit erfahren wird. Ich konnte es nicht erwarten zu erfahren wer und worüber derjenige gelogen hat.

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Packende Geschichte über Familie, Freundschaft und Lügen! Was sind wir bereit für unsere Familie zu tun?

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Erscheinungsdatum: März 2019 | Verlag: limes| Preis: 15,00 [D] | ISBN: 978-3-8090-2705-8  | Seiten: 544 Seiten | Sprache: Deutsch

Dies ist ein Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung.




[Anzeige/Rezension] Rainbirds - Clarissa Goenawan
In dem Buch geht es um den jungen Ren, der nach dem unverhofften Tod seiner Schwester deren Angelegenheiten regeln muss. Keiko brach mit der Familie vor langer Zeit und Ren versucht verzweifelt seiner Schwester und ihrem rätselhaften Leben noch ein letztes Mal nahe zu kommen.
 

Hört sich erst mal nach recht schwerer Lektüre an, ist es laut der meisten Goodreads Rezensionen allerdings nicht. Ich war gespannt was mich erwartet. Überraschungspost – man kann Glück und Pech haben. Man freut sich IMMER! Ich zumindest. Teilweise sind Bücher dabei die richtig toll sind. Dieses Buch hat mich mit einem tollen Packet überrascht: Essstäbchen, japanischer Kirschblüten-Tee, ein interessantes Buch! Da flippe ich ja eh schon aus.




Ich will ehrlich sein, ich kann die Geschichte nicht so richtig in Worte fassen – und das ist sehr positiv. Ein bisschen Roman mit einem Hauch Liebe, aber auch der Mord an Keiko steht im Raum. Nicht alles hängt zusammen. Ren entdeckt die Familiengeschichte seines Vermieters, lernt verschiedenste Menschen kennen und irgendwie hat alles mit seiner Schwester zu tun, aber nie mit dem Mord an ihr (oder doch ein kleines bisschen). Wie ihr seht, schwer zu beschreiben…

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Man muss ihn einfach erwähnen, den Klang der Geschichte. Eine bessere Beschreibung mag mir beim besten Willen nicht einfallen. Asiatische Autoren erzählen mit einer anderen Stimme als das viele westliche Autoren tun. Auch in Rainbirds wird die Geschichte ruhig erzählt. Auch wenn ‚Ermittlungen‘ im nichts verlaufen gibt es keinen Überfluss an emotionalen Ausbrüchen.

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Diese besondere Art des Erzählens muss man mögen. Ich persönlich war begeistert. Das Buch entschleunigt. Lässt einen in eine Welt irgendwo hinter Tokyo abtauchen und hüllt einen ein in die höfliche aber distanzierte asiatische Art.


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Einen Negativpunkt habe ich. Das Ende. Hier möchte ich nicht zu viel verraten, denn ich bin sicher einige wollen das Buch erst noch lesen. Der Schluss konnte mich nicht befriedigen. Es war mir schlichtweg nicht genug. Hier kommt vielleicht der ‚westliche Geschmack‘ durch… Ich hätte mir 20 Seiten mehr gewünscht und eine Antwort auf all meine Fragen.


Doch vielleicht ist es in diesem Buch wie im wahren Leben, es gibt eben nicht auf jede Frage eine zufriedenstellende Antwort.
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Melancholischer Roman über die Liebe, das Leben und einen Mord. Wer asiatische Autoren mag, wird Rainbirds lieben!

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Erscheinungsdatum: März 2019 | Verlag: thiele verlag | Preis: 20,00 [D] | ISBN: 978-3-85179-423-6  | Seiten: 320 Seiten | Sprache: Deutsch

Dies ist ein Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung.