misshappyreading: atlantik
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09 Februar 2021

[Presseexemplar] Gespenster - Dolly Alderton
Nina George hat keine Lust mehr Single zu sein, deshalb versucht sie es mit einer Dating App. So tritt Max in ihr Leben. Doch leider verschwindet er so schnell wie er gekommen ist auch wieder. Sie wurde geghostet. Und als ob das nicht genug wäre will ihr Ex-Freund heiraten, ihr Vater kämpft mit der Alsheimer Krankheit und ihre Freundinnen sind auch nicht mehr so griffbereit wie sie es mal waren. 

Kann man diesem Buch entkommen? Der Hype um das Buch überschwemmt ja gerade das Internet wie ein Tsunami. Allein die Optik des Buches hat mich sofort begeistert. Ich wollte wissen ob ich mich den ganzen Lobpreisungen anschließen kann...  


Aber es tut mir Leid Nina George! Wir beide werden leider keine Freunde. 
Ehrlich, ich wollte das Buch mögen. Ich wollte wirklich. 

Und der Schreibstil der Autorin ist wirklich schön zu lesen. 
Die Geschichte alles in allem ganz nett. 

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Aber:
Dieses Buch soll 'modern' sein - das scheint sich aber nur auf zwei Dinge zu beschränken: Es spielt in der Gegenwart und es wird ein potenzieller Partner via Dating App gesucht. 

In anderen Belangen ist die Protagonistin Nina engstirnig. Beispielsweise findet sie es doof das ihre Mutter nun mit Mandy anstelle von Nancy angesprochen werden will. Sie weigert sich schlichtweg das zu akzeptieren und stellt ihre Mutter auch vor Fremden bloß. Ich kann verstehen dass sie es vor ihrem Vater nicht tun will, der Mann hat Alzheimer, das verstehe ich.
Aber die Mama vor anderen bloß zu stellen finde ich unangebracht.

Sie findet es ebenfalls peinlich dass ihre Freundin Lola in ihrem Social Media Profil she/her angegeben hat ('denn das wäre ja offensichtlich'). Leider ist genau diese Einstellung mit unter ein Problem warum LGBTQ immer noch ‚normalisiert‘ werden muss. Über ein Personal Pronomen entscheidet jeder selbst und nicht der 'äußerliche Eindruck' anderer! Die dazugehörige Äußerung fand ich unmöglich.

Auch von Müttern Anfang dreißig hält Nina nicht ganz so viel:  
Dass ihre beste Freundin Vollzeitmama werden will und auf Land ziehen will ist für sie völlig unbegreiflich. Man kann nämlich nur in der Stadt Spaß haben. Mom-Bashing ist nicht ok wenn Mütter arbeiten, aber auch auch nicht wenn sie sich entscheiden 'Hausfrau' zu sein. 

Ach ja... Liebe Nina - Schubladen denken war noch nie cool und ist alles andere als modern. 

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Ich habe oft gelesen wie 'emotional aufwühlend' das Buch ist und auch da bin ich leider anscheinend schon abgehärtet. Aber nach einigen Dates geghostet zu werden ist nicht schön, aber ich habe schon so viele 'schlimmere' Ghosting-Stories aus dem echten Leben gehört.

Die einzige Storyline die ich in dem Buch wirklich gut fand war Ninas Gefühle ihrem Papa gegenüber, der langsam vom Alzheimer eingeholt wird. Hier habe ich tatsächlich ein bisschen von der versprochenen Emotionalität gefunden. 

Ich musste wirklich schmunzeln auf den letzten Seiten: der 'Plottwist' ist so over-the-top das ich echt laut gelacht habe. 

Don't get me started was Angelo angeht. 

Das ganze Buch bleibt leider einfach zu flach, obwohl es 'ganz nette' Unterhaltung ist.

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Nette Unterhaltung ohne Tiefgang.

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Erscheinungsdatum: Feb 2021 | Verlag: atlantik | Preis: € 22,00 [D] | ISBN: 978-3-455-01109-8 | Seiten: 384 Seiten | Sprache: Deutsch

Dies ist ein Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung.



16 Juli 2019

[Anzeige/Rezension] N oder M? - Agatha Christie
Geheimagenten-Pärchen Tommy und Tuppence müssen in den Wirren des zweiten Weltkriegs einen Nazi überführen. Und das möglichst ohne die eigene Tarnung auffliegen zu lassen. 

Mal ein bisschen anders. Zumindest was meine Agatha Christie Erfahrung angeht.


Wer mich kennt weiß das ich Agatha Romane toll finde. Mir gefällt es dass ihre Bücher durchdacht sind und wirklich schlüssig. Es gibt nicht schlimmeres als Krimis oder Thriller bei denen man sich a) wieder das gleiche in anderer Farbe oder b) da hat die Logik Löcher wie ein Schweizerkäse. 
Passiert nicht bei Christie!

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Die Autorin schafft es wie immer eine Geschichte toll zu konstruieren, ohne dass es 'konstruiert' wirkt. Normalerweise bin ich bei Christie Mordgeschichten gewohnt, dieses mal sind es Geheimagenten. Und es macht so viel Spaß mit zu rätseln.


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Allerdings will ich ehrlich sein, ich mag ihre Mordgeschichten lieber. Heißt nicht dass dieses Buch schlecht ist, auf gar keinen Fall. Doch kann ich mich für Mord und Totschlag ein bisschen mehr begeistern.


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Was mir sehr gut gefallen hat war die rasante Fahrt zum Ende der Geschichte. Zu Beginn sind wir noch recht detektivisch unterwegs, doch auf den letzten 20 Seiten geht es nochmal rund.  


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Die sogenannte Queen of Cozy Crime schafft es wieder. Spannend durchdacht und einfach gute Unterhaltung!

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Erscheinungsdatum: Mai 2019 | Verlag: hoffmann und campe| Preis: € 10,00 [D] |ISBN: 978-3-455-00483-0  | Seiten: 256 Seiten | Sprache: Deutsch

Dies ist ein Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung.




23 November 2018

[Anzeige/Rezension] Das krumme Haus - Agatha Christie
Ein Haus voller Verdächtiger! Alle Mitglieder des Drei-Generationen-Hauses hatten einen Grund den Alten Herren zu beseitigen. Sophia weigert sich ihren Verlobten zu heiraten, solange der Mord an ihrem Großvater nicht geklärt ist.

Agatha Christie, mehr muss ich doch eigentlich gar nicht schreiben! Tatsächlich ist dieses Buch eins ihrer weniger bekannten Werke. Durch die Verfilmung bekommt das Buch nun aber die verdiente Publicity.




Queen of Crime ist der perfekte Titel für Madame Christie! Wie ihre anderen Bücher bietet dieses alles war ein guter british Crime benötigt. Interessante und vielschichtige Charaktere, erzählt in prägnanten Worten und wundervoll durchdacht.

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Aber beginnen wir von vorne. Es ist ein Mord geschehen. Im Gegenzug zu vielen anderen Büchern der Autorin ermittelt dieses Mal kein bekannter Schnüffler. Dieses Mal ist es der Verlobte der Enkelin (des Mordopfers), der herausfinden muss was passiert ist, bevor seine Geliebte sich heiraten lässt.

Das allein finde ich schon mal einen sehr gelungenen Start in die Geschichte.

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Auch Christie-typisch, schreitet die Geschichte schnell voran. Es gibt keine einzige Seite in dem Buch, auf der man denkt: ‚Langweilig. Wann geht’s mit der Story weiter?‘
Das krumme Haus und seine Bewohner sind das Highlight der Erzählung. Jedes Mitglied der Familie ist selbst ein bisschen krumm. Ein wenig speziell und exzentrisch.

Die Geschichte hat einen schönen roten Faden, was ich immer sehr wichtig finde. So macht lesen Spaß! 

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Und ich muss unbedingt noch die Sprache erwähnen. Agatha Christie brachte das Buch 1949 heraus. Die Geschichte ist also in der Sprache der 50er erzählt! Ein absoluter Traum für jeden Leser.

Agatha Christies Buch bzw. Bücher würde ich jedem bedenkenlos empfehlen.

Eigentlich bin ich kein besonderer Fan von Film-Buch-Covern. Die sind mir meist ein wenig zu ‚quietsch-bunt‘. Das hier ist glücklicherweise eine Ausnahme, denn das Film Cover passt perfekt zur Geschichte
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Große Empfehlung. Agatha Christie ist die Queen of Crime und weiß wie man den Leser fesselt!

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Wie schon zu Beginn der Rezension erwähnt wurde das Buch verfilmt. Das Taschenbuch hat auch ein entsprechendes Filmcover bekommen. Hier der Trailer zum Film welcher Ende November in den Kinos anläuft. 



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Erscheinungsdatum: November 2018 | Verlag: Atlantik| Preis: € 10,00 [D] | ISBN: 978-3-455-00499-1  | Seiten: 256 Seiten | Sprache: Deutsch

Dies ist ein Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung.