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21 September 2020

[Anzeige/Rezension] Die Tinktur des Todes - Ambrose Parry
Edinburgh 1847 - Medizinstudent Raven beginnt sein Praktikum beim bekannten Dr Simpson nur einen Tag nachdem er eine alte Freundin tot aufgefunden hat. Sarah, das Hausmädchen Dr Simpsons ist von dem Neuankömmling wenig angetan. Doch nachdem ein befreundetes Hausmädchen ein ähnliches Schicksal wie Ravens Bekannte ereilt müssen sich die beiden zusammen tun um dem Täter auf die Schliche zu kommen. 

Historische Krimis! Da liest dich der Klappentext schon immer wie ein richtig guter neuer Sherlock Film, oder? 



Ich habe immer schon gerne historische Krimis gelesen, ob Agatha Christie, Sherlock Holmes Klassiker oder auch 'neue Autoren' - irgenwie haben diese vergangenen Zeiten etwas besonders spannendes. Vielleicht liegt das für mich vor allem daran das die Rätsel ohne technische Hilfe gelöst werden müssen...

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Zu Beginn fand ich Raven ja schrecklich, wobei er als Charakter toll formuliert ist. Aber ich mochte ihn nicht. Um so mehr mochte ich Sarah! Eine Feministin, die noch nichts von diesem Begriff weiß!

Wegen den beiden war ich sofort in der Geschichte gefangen. 

Das Autoren Duo macht einen grandiosen Job wenn man mich fragt. Das Setting war einfach traumhaft. Ich bin wirklich mit den beiden Protagonisten durch Schottlands Hauptstadt im 19ten Jahrhundert gestiefelt.
 
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Eine tolle solide Krimi-Unterhaltung die ich jedem empfehlen kann der Krimis und Historisches gerne liest. Perfekt für die ersten kalten Tage die uns jetzt bevorstehen.

Es wird übrigendes weiter gehen mit der Reihe! Band 2 ist im Englischen schon verfügbar.

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Mitreissender Krimi im historischen Edinburgh - sehr lesenswert!

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Erscheinungsdatum: August 2020 | Verlag: piper / pendo Preis: € 16,99 [D] |ISBN: 978-3-86612-472-1 | Seiten: 464 Seiten | Sprache: Deutsch

Dies ist ein Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung.




20 April 2020

[Anzeige/Rezension] Die Tanzenden - Victoria Mas
In einer Zeit in der Frauen nicht mehr sind als Dekoration am Arm eines Mannes ist es gefährlich 'anders' zu sein. Verrückte, Geisteskranke, Frauen die nicht in die Norm der Zeit passen. 

Mit diesem Buch hat mich der Piper Verlag überrascht. Ich war von der Optik sehr angetan, aber ich bin ehrlich, selbst hätte ich vermutlich nicht zu dem Buch gegriffen. Ich hätte etwas verpasst!




Ich mag französische Autoren. Irgendwie haben sie eine besondere Art zu erzählen. So melancholisch, so ruhig. Auch die Geschichten die sie erzählen sind irgendwie anders und ein kleines bisschen mehr besonders.


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Der Klappentext verrät nicht viel über das Buch. Es geht um Frauen in der Psychiatrie. Das war schon alles was ich wirklich heraus gelesen habe. Doch auf die Erzählung die dann folgte war ich nicht vorbereitet. 

Die beiden Haupt-Protagonisten könnten unterschiedlicher nicht sein, sie stehen nicht nur auf gegenüberliegenden Seiten der Gesellschaft, auch ihre Überzeugungen und Denkweisen könnten nicht weiter voneinander entfernt sein. 

Den beiden durch die Geschichte zu folgen ist wundervoll!


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Dieser Roman hat mich bereichert. Warum? Weil er in einer wunderschönen Sprache erzählt wird. Er ist wie ein kleines Fenster in die Vergangenheit. Ein Ausschnitt eines Schicksals. Ein Hauch von Geschichte. 

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Mas erzählt in ruhiger Sprache eine aufwühlende Geschichte über Frauen und Geisteskranke!


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Erscheinungsdatum: April 2020 | Verlag: piperPreis: € 20,00 [D] |ISBN: 978-3-492-07014-0 | Seiten: 240 Seiten | Sprache: Deutsch

Dies ist ein Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung.



21 Dezember 2019

[Anzeige/Rezension] Der Report der Magd - Margret Atwood
Gilead, ein Ort an dem Frauen quasi kaum noch Rechte haben. Aufgeteilt in Fruchtbar und Unfruchtbar. Desfred ist eine Magd und hat damit nur eine Aufgabe, schwanger werden und den Hausherren ihr Kind zu überlassen. 

Dieses Buch müsste eigentlich jeder kennen oder? Aber die Graphic Novel kennen wahrscheinlich die wenigsten. Wer den Klassiker kennen lernen will sollte auf jeden Fall mal einen Blick drauf werfen. 



Dieser dystopischer Roman ist noch immer in aller Munde, bestimmt auch wegen der Serie die es dazu gibt (soweit ich weiß nur käuflich zu erwerben, also weder Amazon Prime noch Netflix). 

In einer unbestimmten Zukunft wartet ein düsteres Schicksal auf Frauen, aufgeteilt in gut und schlecht, fruchtbar und unfruchtbar, Hausherrin und Sklavin. Ein grausames Schicksal für alle die darin gefangen sind.

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Der Roman spielt hauptsächlich in zwei Zeitebenen, die Zeit davor, an die sich Desfred zu ihrem eigenen Leid noch gut erinnern kann und eine Zeit in der sie keinen anderen Zweck hat als ein Kind zu gebären.

Die Stimmung der Zeichnungen trifft perfekt die düstere und grausame Realität Desfreds. In grau, schwarz und rot wird veranschaulicht wie aussichtslos ihre Situation ist und der Leser taucht sofort in diese Welt ab.  


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Selbst als unerfahrener Graphic Novel Leser ist man nach wenigen Seiten angefixed von der Erzählweise. Ich war innerhalb von Sekunden selbst in Gilead und habe mitgefühlt.

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Gerade für Leser die mit Büchern hadern die als Klassiker betitelt werden oder gerne 'schnell durch sind' mit einem Buch ist dieses hier eine absolute Empfehlung. Stimmungsvoll und mitreisend. 

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Ein Klassiker mal anders. Sehr zu empfehlen, nicht nur für Graphic Novel Liebhaber.


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Erscheinungsdatum: Sep 2019 | Verlag: berlinPreis: € 25,00 [D] |ISBN: 978-3-8270-1405-4 | Seiten: 240 Seiten | Sprache: Deutsch

Dies ist ein Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung.



13 August 2018

[Anzeige/Rezension]   Der Tätowierer von Auschwitz - Heather Morris
1942 - Eine wahre Geschichte, über eine Liebe die an einem Ort entsteht der grausamer nicht sein könnte - im KZ Ausschwitz. Lale Sokolov wird in ein KZ deportiert und erhält den Job des Tätowierers
 
Das Buch hat mich sofort angesprochen. Bücher die auf wahren Begebenheiten basieren interessieren mich immer besonders. Vor allem das Thema zweiter Weltkrieg ist immer wieder aufrührend. Es erschreckt mich immer noch, zu was die Menschen damals fähig waren.







Eigentlich kann ich gar nicht viel über das Buch sagen, außer: Ihr müsst es lesen! Die Geschichte von Lale hat mich tief berührt. Auf den ersten Seiten kommt der Slowake in Ausschwitz-Birkenau an und alleine diese Ankunft hat mir das Blut in den Adern gefrieren lassen. Ich habe genügend Dokumentationen gesehen um ein klares Bild dieser geschilderten Szene vor mir zu haben.

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Was die Geschichte für mich sehr besonders gemacht hat, war der Lebenswille der Menschen. Sie befinden sich an einem der schlimmsten Orte die die Menschheit hervorbringen konnte. Sie beweisen große Nächstenliebe in dem Lager, in dem die Menschlichkeit bei den 'Deutschen' völlig fast ausnahmslos verloren gegangen ist. Lales Geschichte ist dennoch unglaublich Lebensbejahend. 


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Ich bin durch die Seiten geflogen, berührt von der Erzählung. Das schönste ist, Lale Sokolov hat der Autorin seine Liebesgeschichte erzählt, nicht seinen Leidensweg im KZ. Nach der letzten Seite bin ich unheimlich froh das jemand seine Geschichte erzählt hat. 

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Welche Frage liegt mir nach der letzten Seite auf der Seele:
Würdest du alles tun um zu überleben?

Ja, das ist eine schwere Frage. Lale entscheidet sich lieber für die Nazis zu arbeiten, als zu sterben. Ich denke ich hätte mich genau so entschieden. Trotz seiner Entscheidung verliert er nicht seine Menschlichkeit, er tut was er kann um zu helfen, aber auch um zu überleben. Ich denke das ist eine natürliche Reaktion. Zu hoffen bleibt dass wir uns alle am Ende für die Menschlichkeit entscheiden.

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Eine berührende Liebesgeschichte, die an einem Ort entspringt der schlimmer nicht sein könnte. Sehr sehr lesenswert! Kann ich absolut jedem empfehlen.

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Erscheinungsdatum: August 2018 | Verlag: piper | Preis: € 16,00 [D] | ISBN: 978-3-492-06137-7  | Seiten: 304 Seiten | Sprache: Deutsch

Dies ist ein Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung.




30 April 2018

[Rezension] Höllenjazz in New Orleans - Ray Celestin
In New Orleans ist ein Serienmörder auf der Jagd nach Menschen. Er hinterlässt bei seinen Opfern keine Spuren außer blutigen Tarotkarten. Nicht nur die Polizei heftet sich an seine Fersen, Privatdetektive und die Mafia wollen dem ganzen Ebenfalls ein Ende setzen. Der Axeman von New Orleans ist nicht nur reine Fiktion - er mordete tatsächlich.

Das Buch hat mich sofort angesprochen. Es begeistert mich immer wieder wenn Bücher auf wahren Begebenheiten beruhen. Der Axemann von New Orleans war mir bereits ein Begriff aus den Podcasts 'Unsolved Murders' von Parcast (gehört auf Spotify, hier der Online Podcast Teil 1, Teil 2, Teil 3).





Die Rezension ist nicht unbedingt einfach. Ein paar Dinge haben mir wirlich gut gefallen, ein paar Dinge fand ich recht anstrengend beim Lesen. Etwas womit ich immer zu kämpfen haben in diversen Lektüren: zu viele Charaktere. Wir haben hier nicht nur zwei drei Erzählstränge, sondern sechs Sichtweisen: Den Cop, den Ex-Cop, die Detektivin, den Bekannten der Detektivin, den Reporter.

Der Autor ist, wie ich gelsen habe, Drehbuchautor - genau das schlägt extrem durch. Selbstverständlich ist das nicht schlecht. Für mich persönlich ist weniger mehr. Es gibt wenig Autoren die es schaffen mich mit vielen Charakteren zu begeistern (zum Beispiel George R R Martin)

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Durch die vielen Charaktere hat sich der Spannungsbogen für mich sehr in die Länge gezogen. Das macht der Autor durch einen entertainenden und flüssigen Schreibstil wett. An sich ist die Geschichte stimmig und sehr gut erzählt. 


Besonders die einzelnen Schicksale sind interessant und geben dem Buch eine persönliche Note. 

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Tatsächlich hatte ich mir bei dem Buch eine deutlich düsterere Stimmung gewünscht. Ich meine den Axeman gab es tatsächlich. Die Zeit in der es spielt war extrem in vieler Hinsicht. 

Der Autor hat das Setting ein wenig weich gezeichnet. Als hätte er bereits den Film dazu vor Augen und mit einem FSK14 Filter geschrieben. 

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Zusammengefasst: Abgesehen von den vielen Charakteren und der entschärften Beschreibung ist das Buch gutes Entertainment.Vielleicht war es für mich ein bisschen schwieriger, gerade weil ich mich schon mit dem Axeman beschäftigt habe und damit eine besonders hohe Erwartung hatte.

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Der Axeman von New Orleans ist einer der bekanntesten Serienmörder der nie gefasst wurde. Doch es gibt noch andere. Das sind die drei bekanntesten ungelösten Mordserien.
  • The Zodiac - 1968-1969 - 37 Opfer (laut eigener Aussage, 5 offizell bestätigt)
  • Jack the Ripper - 1888-1891 - 5 Opfer (Zahl könnt deutlich höher sein)
  • Monster of Florence - 1968-1985 - 14-16 Opfer
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Welche Frage liegt mir nach der letzten Seite auf der Seele:
Funktioniert der Mix aus Wahrheit und Fiktion?

Es gibt Bücher die mich wirklich umgehauen habe. Zum Beispiel 'Der freundliche Mr Crippen' - ein Buch das auf einer wahren Begebenheit basiert. Tatsächlich kann ich für mich sagen dass mir diese Bücher immer besser gefallen wenn ich mich erst nach dem Lesen mit den Fakten beschäftige. Das ist sicherlich auf hier der Fall. Je weniger man vorher weiß, desto unvorbelasteter geht man an die Sache ran.

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Solide Spannungslektüre. Für mich zu viele Charaktere die einzeln genommen aber wunderbar in der Geschichte funktionieren. 

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Erscheinungsdatum: März 2018 | Verlag: piper | Preis: € 16,00 [D] | ISBN: 978-3-492-06086-8  | Seiten: 512 Seiten | Sprache: Deutsch

Dies ist ein Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung.




26 März 2018

[Rezension] Die Würde ist antastbar - Ferdinand von Schirach
Essays von einem meiner Lieblingsautoren - Herr von Schirach weiß wie man schreibt. Und er weiß von der moralischen Achillesferse seiner Leser.

Das Buch habe ich in der Preisreduzierten Abteilung einer Buchhandlung gefunden und musste es einfach mitnehmen.




Vielleicht könnt ihr es nicht mehr hören wie ich von Herrn von Schirach schwärme. Aber dann bin ich erst mal wieder Schirach-los (zumindest für ein paar Wochen).
 
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'Die Würde ist antastbar' unterscheidet sich von den bisherigen Büchern da es nicht um fiktive Figuren geht. In diesem Buch schreibt der Autor über diverse Themen die ihn beschäftigen.

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Wie ist das zum Beispiel mit der Abschuss-Frage? Darf ein entführtes Flugzeug abgeschossen werden auch wenn 'Unschuldige' an Board sind? Herr von Schirach beleuchtet nicht nur die juristische Seite, sondern ebenfalls die 'Gesellschaftliche-Moral'.




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Ein Kapitel besteht ausschließlich aus Fragen. Die ein oder andere, so simpel sie sein mag, haben wir uns alle schon mal gestellt. 

Das Buch ist 2015 erschienen und dementsprechend nicht brandaktuell, dennoch fehlt es den Worten nicht an Aktualität. 

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Herr von Schirach setzt ein wenig Wissen über die aktuellen (bzw. semi-aktuellen) Ereignisse dieser Welt voraus. Wer also täglich oder zumindest wöchentlich ein bisschen Zeitung liest ist auf der sicheren Seite. Für alle die das nicht tun, hier ein paar Schlagzeilen aus dem Jahr 2018:
  • 14. Februar 2018: Bei einem Amoklauf in einer Schule in Parkland (Florida) tötet ein 19-Jähriger insgesamt 17 Menschen mit einer Schusswaffe, darunter Schüler und Lehrer, und verletzt weitere Opfer schwer. Wenig später wird er von der Polizei gestellt und verhaftet. (Spiegel Artikel klick)
  • 16. Februar 2018: Nach mehr als einem Jahr ohne Anklage wird der inhaftierte Journalist Deniz Yücel aus dem türkischen Gefängnis entlassen. (Spiegel Artikel klick)
  • 14. März 2018: Stephen Hawking stirbt - Er gilt als einer der größten Astrophysiker der vergangenen Jahrzehnte - und er war der vielleicht letzte Popstar der Wissenschaft. (Spiegel Artikel klick)
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Welche Frage liegt mir nach der letzten Seite auf der Seele:
Ist die Würde antastbar?

Vermutlich habe ich mir darüber noch nie Gedanken gemacht. Aber ja. Das Buch öffnet einem die Augen. Jeder muss sich seine eigene Meinung dazu bilden. Wichtig scheint mir nur, überhaupt darüber nachzudenken.

 
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Keine Geschichten sondern Gedanken des Autors. Sehr lesenswert. Sehr interessant. Ich bleibe dabei - jeder sollte Herrn von Schirach lesen.

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Hier gehts zu den anderen von Schirach Büchern. Für jedes kann ich eine absolute Leseempfehlung geben!

mehr mehr 

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Erscheinungsdatum: Dez 2015 | Verlag: piper (inzwischen erscheint das Buch im btb Verlag) | Preis: 9,30 [D] | ISBN: 978-3-492-30772-7  | Seiten: 135 Seiten | Sprache: Deutsch

Dies ist kein Rezensionsexemplar.




25 November 2017

[Rezension] Schuld - Ferdinand von Schirach
In 15 Kurzgeschichten stellt Ferdinand von Schirach die Frage: Was ist Schuld? Die Themen reichen von häuslicher Gewalt über Verkehrsdelikte bin zu Mord. Kurz und prägnant erzählt der Autor von Fällen eines Rechtsanwalts.





Keiner schreibt wie Ferdinand von Schirach! Ich bin über "Der Fall Collini" auf den Autor gestoßen. "Schuld" ist im selben Stil geschrieben, allerdings kein Roman sondern eine Sammlung von Kurzgeschichten wenn man so will.


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Man kann über Schirach nicht schreiben ohne den Stil zu erwähnen in dem er seine Geschichten erzählt. Kurze knackige Sätze die sitzen. Ohne viele Worte baut der Autor in meinem Kopf eine Szene auf wie aus einem Film. Faszinierend und kurzlebig. Kaum hat man die erste Geschichte beendet wird man direkt in das nächste Szenario geworfen. Von Schirach stößt einen nicht nur ins kalte Wasser, sondern in das Fischer-Loch eines gefrorenen See. Das macht seine Bücher zu einem echten Leseereignis!


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Das Thema aller Kurzgeschichten in diesem Buch ist die Frage nach der Schuld. Wie definieren wir Schuld und wie definiert das Gesetz Schuld? Eine sehr interessante Frage die zum Nachdenken anregt.

  • Ferdinand von Schirach ist selbst Strafverteidiger
  • Es gibt eine Serien-Adaption des Buches - in der Mediathek von zdf könnt ihr euch die Serie anschauen (aber vorher unbedingt lesen!)
  • Die Goldene Brücke wird mir noch lange durch den Kopf schwirren



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Wer sich nun fragt was ich mit "Die goldene Brücke" meine:

Das deutsche Gesetz war für mich nie eine interessante Angelegenheit. Im Kapitel „Der Andere“ habe ich allerdings etwas sehr spannendes gelernt: „Die goldene Brücke“ – Strafbefreiender Rücktritt vom Versuch des Totschlags im Sinne der §§ 24 Abs. 1 Satz 1, §22 StGB, §212 StGB




Was bedeutet das? Ein Beispiel in meinen laienhaften Worten ausgedrückt: Der Täter greift das Opfer mit einem Messer an, mit dem Ziel es zu töten. Er/Sie sticht mehrmals auf das Opfer ein. Doch als sich die Möglichkeit bietet das Opfer tatsächlich zu töten entschließt sich der Täter aus „freien Stücken“ seine Tat nicht ganz auszuführen. Er/Sie tritt quasi von dem Mordversuch zurück.

Die Theorie dahinter? Dem Täter einen Anreiz geben „vorzeitig aufzuhören“, letzten Endes soll dies das Opfer schützen. Eine Art „Prämie“ dafür dass der Täter das Opfer nicht tötet.

Ein fesselndes Thema wie ich finde, über das sich sehr interessante Debatten führen lassen.


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Welche Frage liegt mir nach der letzten Seite auf der Seele:
Kann Schuld in Auge des Gesetzes variieren oder ist Gesetz wirklich Gesetz?


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Das Buch ist sehr schnell gelesen durch die kurzen Kapitel. Treffsicher und komprimiert erzählt. Wer zur Abwechslung mal auf die Spannungskurve verzichten kann und Geschichten mag die nicht spurlos an einem vorbei gehen sollte auf jeden Fall nach diesem Buch greifen.


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Erscheinungsdatum: März 2012 | Verlag: piper Preis: € 8,99 [D] | ISBN: 978-3-492-27377-0| Seiten: 200 Seiten | Sprache: Deutsch

Dies ist kein Rezensionsexemplar.



19 November 2017

[Rezension] Calling me home - Julie Kibler
Calling me home - Die betagte Miss Isabelle bittet ihre junge Friseurin um einen großen Gefallen, sie soll die ältere Dame zu einer Beerdigung nach Cincinnati fahren. Während der mehrtägigen Fahrt erzählt Miss Isabelle von ihrer großen Liebe - sie hat sich in Zeiten der Apartheid in einen schwarzen Mann verliebt. 



Haltet die Taschentücher bereit. Diese Geschichte hat mich bis zum letzten Wort gefesselt. Während der Fahrt von Texas nach Cincinnati liest man sich durch sämtliche emotionalen Stationen. Das Ende steht quasi in Druckbuchstaben auf der ersten Seite, doch wie soll es auch anders sein, bis zum Ende hin erwartet man das es anders ausgeht als erwartet. Doch trotz der vermeintlich nicht vorhandenen Spannung über den Ausgang, schaffte es das Buch mich auf den letzten Seiten nochmal zu überraschen.

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Mir hat es tatsächlich das Herz gebrochen als ich Miss Isabelles Geschichte las. Eine Liebesgeschichte. Als junger Mensch, geboren in einem freien Land, kann man sich die Welt in Zeiten der Apartheid nur vorstellen. Für mich war es nie greifbar warum manche Menschen denken wie sie denken - dass sie aufgrund ihrer Hautfarbe mehr Rechte hätten als andere.

In dem Buch lernen wir verschiedene Protagonisten kennen die alle ihre besonderen Beweggründe haben zu tun was sie eben tun oder taten. Besonders Miss Isabelles Eltern haben mich beschäftigt. Ich kann mich auch im Nachhinein nicht entscheiden wie ich zu ihnen stehe, zumindest was ihren Vater angeht.

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Miss Isabelle wächst in einer sogenannten Sundown Town auf. In diesen Städten ist es Farbigen verboten sich nach Sonnenuntergang aufzuhalten. Von diesen Sundown Towns habe ich in dem Buch zum ersten mal etwas gehört. Sicherlich war mir vorher schon bewusst das es eine klare Trennung bei allem gab. Toiletten waren gekennzeichnet mit "white" und "coloured", Trinkbrunnen, Cafés, Eingangstüren, Kinos, Bahnhöfe.... 

Ich habe mich ein bisschen mit Sundown Towns (auch Sunset Towns oder Gray Towns genannt) beschäftigt.

  • Auf den Schildern am Ortseingang stand: "Nigger, Don't Let The Sun Set On You in 'Name der Stadt'"
  • Es gab ca 10.000 dieser Sundown Towns in den USA
  • Sunddown Towns gibt es noch HEUTE! Ein interessanter Artikel (leider nur auf Englisch): hier

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Welche Frage liegt mir nach der letzten Seite auf der Seele:
Ist Apartheid noch ein Thema in der Gesellschaft in der wir leben?

Weltweit gesehen muss die Antwort eindeutig ja sein. Doch herunter gebrochen auf die Stadt in der ich leben? Ich fürchte auch hier muss sie ja sein. Wer ab und zu Nachrichten schaut wird mir zustimmen (was mich unglaublich wütend macht). 

Wir können selbst nur mit gutem Beispiel vorausgehen und hoffen anderen ein Vorbild zu sein.

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Das Buch und das Leben von Miss Isabelle haben mich sehr bewegt. Ich kann das Buch wirklich jedem und jeden Alters sehr ans Herz legen. Es ist wundervoll einfühlsam geschrieben und lässt einen auf keinen Fall unberührt. 

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Eine kleine Anekdote wie ich zu dem Buch gekommen bin. Im September war ich mit einer Freundin auf einer Kanada Rundreise. Nachdem wir uns die Thousand Islands zwischen Kanada und den USA angeschaut haben war sie müde und wollte sich ausruhen. Also habe ich beschlossen mir das Dorf Gananoque, in welchem wir genächtigt haben, anzuschauen. Ich habe einen kleinen Buchladen gefunden: Beggars Banquet Books! Ein inspirierender Laden der mich sofort in den Bann geschlagen hat. Ich musste mir ein Buch kaufen! Unbedingt.
Irgendwann bin ich über "Calling me home" gestoßen und wusste: Das ist es!



Das Buch gibt es übrigens auch auf Deutsch, es ist im Piper Verlag erschienen unter dem Titel: Zu zweit tut das Herz nur halb so weh

Übrigens hat sich Hollywood bereits die Rechte an dem Buch gekauft.


Erscheinungsdatum: Aug 2012 | Verlag: st. martin's griffin Preis: € 7,99 [D] | ISBN: 1250020433 | Seiten: 322 Seiten | Sprache: Englisch 

Dies ist kein Rezensionsexemplar.