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07 Juni 2020

[Rezension/Anzeige] Das wirkliche Leben - Adeline Dieudonné
Ein junges Mädchen erzählt als Ich-Erzählerin von ihrem kleinen Bruder, einem Großwildjäger als Vater und einem tristen Leben, welches jäh endet als ein schlimmer Unfall geschieht. Dieser Unfall bleibt wird totgeschwiegen und beginnt die Psyche ihres kleinen Bruders zu vernichten. Sie versucht alles um ihn zu retten, bis sie merkt dass auch sie zur Beute wird. 

Dieses Buch wird derzeit extrem gehypt, unter anderem von Literaturkritikern (Literarisches Quartett) aber auch in Podcasts (Seite an Seite, Hugendubel Podcast)! Lohnt sich das Buch?


Ja! Gott ja! Sowas von! Ich bin restlos begeistert von diesem Buch. 

Das Buch liest sich flüssig wie Butter, auch wenn es erst mal nach Galle schmeckt. Wenn der Vater ein Großwildjäger ist der seinen Trophäen ein eigenes Zimmer eingerichtet hat, dann ist eine Triggerwarnung für Tierfreunde angebracht. 

Nachdem ich das Buch beendet habe kann ich selbst jedoch versichern, es ist auch für einen Tierliebhaber lesbar. 

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Ich habe lange kein Buch gelesen welches sich so real angefühlt hat. Irgendwie war ich so richtig in dieser Geschichte drin. 

Irgendwann nach dem ersten Drittel war ich wie hypnotisiert von der Geschichte. Irgendwo zwischen fasziniert und angewidert sein rauschte ich durch die Seiten und betete dass das ganze ein einigermaßen erträgliches Ende haben würde. 

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Ich verstehe die lobenden Stimmen, denn dieses Buch ist schon etwas besonderes. Denn es thematisiert eben nicht nur 'Jäger sein' sondern hauptsächlich das harte Leben der Ich-Erzählerin.

Eine lieblose Familie, ein Vater der die Mutter misshandelt und bei der Tochter auf den richtigen Moment wartet und ein Mädchen das ihre Intelligenz verheimlicht und wie eine Bestie für ihren kleinen Bruder kämpft.

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Verstörend und poetisch. Dieses Buch ist den Hype wert! Große Leseempfehlung!

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Erscheinungsdatum: April 2020 | Verlag: dtvPreis: € 18,00 [D] |ISBN: 978-3-423-28213-0 | Seiten: 240 Seiten | Sprache: Deutsch

Dies ist ein Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung.



03 Mai 2020

[Anzeige/Rezension] Unsere glücklichen Tage - Julia Holbe
Drei Freundinnen machen jedes Jahr Urlaub an der Atlantikküste. Jedes Jahr treffen sie dort Lenica. Die vier verbindet eine tiefe Freundschaft. Bis zu diesem einen Sommer. Der Sommer nachdem alles anders ist. 

Mit diesem Buch haben mich Lovely Books und Penguin überrascht! Ich bin mir gar nicht sicher ob die Verlage wissen wir sehr ich mich über solche Überraschungen freue. Die Aufregung wenn man ein Paket bekommt und nicht weiß welche Geschichte einen erwarten wird. Die Bücher sind oft ganz besonders liebevoll verpackt. Dieses auch. Mit Freundschaftsbändchen und Lesezeichen! Ganz ganz toll und ich bin sooooo dankbar dafür!



Eigentlich geht es um zwei Sommer in diesem Buch. Der Sommer in dem alles auseinander ging und der in dem wieder alle zusammen kommen. Zumindest fast alle.

Die beiden Erzählstränge beginnen zu Beginn des Sommers und Ende mit den ersten Herbsttagen.

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Was hat mich nicht so gefallen an diesem Buch: Ich hätte gerne direkt gewusst wie alt die Protagonisten sind, denn irgenwie habe ich ein Jugendbuch erwartet. Ich meine wer hat schon den Sommer über frei und fährt mit Freundinnen in den Urlaub? 
Mein erster Gedanke war daher: Jugendliche. Stimmt aber nicht, wir reden von Studenten. Macht an sich auch Sinn, war aber wie gesagt nicht mein erster Gedanke und hat mich damit ein bisschen verwirrt zu Beginn.

Was mir auch nicht so ganz gefallen hat war leider die Aufklärung was in diesem verhängnisvollen Sommer passiert ist. 
Ich möchte das spoilerfrei formulieren, daher hört sich die Erklärung vielleicht ein bisschen kryptisch an:
Mir war das zu unspektakulär. 'Das' war der Grund warum alles auseinander ging? Ja Grund für Unmut auf jeden Fall, aber in der Konstellation? Nein irgendwie war mir das zu wenig. 

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ABER das Buch ist so wundervoll geschrieben. Ja ich habe diese zwei Negativpunkte was die Geschichte selbst angeht. Doch das sollte niemanden davon abhalten das Buch zu lesen.

Denn man riecht förmlich den Atlantik, schmeckt den Weißwein und hört das Rauschen der Wellen. Die Autorin ist auf jeden Fall eine talentierte Geschichtenerzählerin. 

Auch wenn ich mir eine dramatischere Auflösung erhofft habe, bis zu den letzten Seiten war ich so gespannt drauf. Die Autorin macht einen wundervollen Job die Spannung aufzubauen und den Leser nicht mehr los zu lassen. 


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Ein perfekter Sommerroman der einen mit an den Atlantik und zu vier Freundinnen nimmt!


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Erscheinungsdatum: März 2020 | Verlag: penguinPreis: € 20,00 [D] |ISBN: 978-3-328-60110-4 | Seiten: 320 Seiten | Sprache: Deutsch

Dies ist ein Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung.



20 April 2020

[Anzeige/Rezension] Die Tanzenden - Victoria Mas
In einer Zeit in der Frauen nicht mehr sind als Dekoration am Arm eines Mannes ist es gefährlich 'anders' zu sein. Verrückte, Geisteskranke, Frauen die nicht in die Norm der Zeit passen. 

Mit diesem Buch hat mich der Piper Verlag überrascht. Ich war von der Optik sehr angetan, aber ich bin ehrlich, selbst hätte ich vermutlich nicht zu dem Buch gegriffen. Ich hätte etwas verpasst!




Ich mag französische Autoren. Irgendwie haben sie eine besondere Art zu erzählen. So melancholisch, so ruhig. Auch die Geschichten die sie erzählen sind irgendwie anders und ein kleines bisschen mehr besonders.


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Der Klappentext verrät nicht viel über das Buch. Es geht um Frauen in der Psychiatrie. Das war schon alles was ich wirklich heraus gelesen habe. Doch auf die Erzählung die dann folgte war ich nicht vorbereitet. 

Die beiden Haupt-Protagonisten könnten unterschiedlicher nicht sein, sie stehen nicht nur auf gegenüberliegenden Seiten der Gesellschaft, auch ihre Überzeugungen und Denkweisen könnten nicht weiter voneinander entfernt sein. 

Den beiden durch die Geschichte zu folgen ist wundervoll!


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Dieser Roman hat mich bereichert. Warum? Weil er in einer wunderschönen Sprache erzählt wird. Er ist wie ein kleines Fenster in die Vergangenheit. Ein Ausschnitt eines Schicksals. Ein Hauch von Geschichte. 

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Mas erzählt in ruhiger Sprache eine aufwühlende Geschichte über Frauen und Geisteskranke!


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Erscheinungsdatum: April 2020 | Verlag: piperPreis: € 20,00 [D] |ISBN: 978-3-492-07014-0 | Seiten: 240 Seiten | Sprache: Deutsch

Dies ist ein Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung.



20 August 2019

[Anzeige/Rezension] Die 48 Briefkästen meines Vaters - Lorraine Fouchet
Chiara weiß nicht mehr wer sie ist. Vielleicht ist der Mann den sie nie kennenlernte, weil er vor ihrer Geburt verstarb, gar nicht ihr Vater, wie von ihrer Mutter stets behauptet wurde. Haltlos treibt es sie auf eine kleine französische Insel, wo sie ihre Wurzeln verfolgt. Doch kann sie wirklich nach so vielen Jahren den Anker finden, den sie ihr Leben lang vermisst hat? 

Irgendwas hat mich an dem Klappentext begeistern können, wobei ich solche Bücher eigentlich selten lese. Ich wollte wissen welche Geschichte sich hinter den 48 Briefkästen auf dieser kleinen Insel verbirgt


Der Schreibstil ist einfach pure Magie. In dem Buch kommt nicht nur Chiara selbst zu Wort, auch Briefkästen in Rom und auf der Insel, ein Fahrrad und viele mehr. All das hat einen unglaublichen Flair der sich in einer kurzen Rezension gar nicht in Worte fassen lässt. Ich war völlig umhüllt von der Geschichte, obwohl ich das gar nicht so erwartet hatte.

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Auch die Geschichte selbst hat einen poetischen Touch und sollte nicht ‚zu ernst genommen werden‘. Auch wenn Chiara die Hauptprotagonistin ist kommen viele Personen vor die auf der Suche nach sich selbst sind. Alle auf ihre Art und Weise. Die Autorin berichtet herzerwärmend dass Familie und Herkunft nicht in der DNA festgelegt sein müssen.  

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Zugehörigkeit und Zusammenhalt spielen eine große Rolle auf der Insel und faszinieren nicht nur Chiara und mich. Besonders da Ende hat mir wieder einmal gezeigt warum ich gerne lese: Es wärmt einem das Herz!

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Ich kann dieses Buch jedem ans Herz legen der eine feinsinnige und ausdrucksstarke Geschichte zu schätzen weiß. Perfekt für die letzten Sommertage und eine guten französischen Wein.

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Zwischen Titel, Cover und Klappentext erwartet den Leser poetische Magie und ein Hauch Frankreich.

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Erscheinungsdatum: Mai 2019 | Verlag: hoffmann & campePreis: € 16,00 [D] |ISBN: 978-3-455-00542-4 | Seiten: 304 Seiten | Sprache: Deutsch

Dies ist ein Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung.




02 April 2019

[Anzeige/Rezension] Zwischen uns ein ganzes Leben - Melanie Levensohn
Paris während des zweiten Weltkriegs - Wahington DC heute. Getrennt durch ein Jahrhundert. Drei Frauen, drei Schicksale, drei Leben. Die eine bereut ihr Leben, der anderen war es nicht vergönnt und die dritte ist noch auf der Suche danach.
 

Das Buch hat mich im Briefkasten überrascht. Ehrlicherweise hätte ich selbst sicher nicht danach gegriffen. Zwar kann ich mich für Geschichten zu Kriegszeiten begeistern, allerdings bin ich kein großer Fan von Frauen-Schicksals-Romanen die sich über ein ganzes Jahrhundert ziehen, da diese oft mit vielen Klischees daher kommen. Und was soll ich sagen, hier war das nichts anderes.





Es gibt Rezensionen die ein bisschen weh tun. Das hier ist so eine. Ich wollte das Buch wirklich 'mögen'... aber das ging leider nicht. Ich war neugierig und habe bei Goodreads ein bisschen nach anderen Rezensionen zu dem Buch geforscht. 

Mit meiner Meinung scheine ich noch recht alleine zu sein.

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Ich habe ein paar mal gelesen dass das Buch viel Tiefgang hätte. Dem kann ich mich leider überhaupt nicht anschließen. Dafür dass das Buch während dem Zweiten Weltkrieg spielt ist Friede Freude Eierkuchen. Ja der jungen jüdischen Judith (*hahhaha*) ist ein bisschen kalt und die hat Hunger. Jedes Mal kommt aber ihr steinreicher arischer Freund daher mit Essen und Wein.... seriously? Das ist eine seichte Liebesgeschichte, kein Roman mit Tiefgang.


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Beatrice habe ich auch gefressen. Sie hat a) null Selbstbewusstsein, was ich bei einer Pressemitarbeiterin einer großen Bank in DC nicht nachvollziehen kann und b) ist sie nicht besonders gut in dem was sie tut.  

Den zweiten Punkt muss ich vielleicht erklären
Ja ihr Chef ist ein Arsch, verbockt hat sie es trotzdem selbst in der Arbeit. 

Dann steckt sie ihre Energie in die Suche nach der verschollenen Judith, die vermutlich den Krieg überlebt hat, und muss von jemand anderen darauf hingewiesen werden dass es möglich wäre dass Judith nicht mehr ihren Mädchennamen hat... 'Daran hätte sie gar nicht gedacht.' (irgenwo um S. 176)... Ehrlich?
 
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Das Buch war gut geschrieben und wenn ich mal im Flow war bin ich gut vorangekommen. Allerdings konnte ich mich für die Geschichte nicht begeistern und für die Protagonisten nicht erwärmen. Sehr schade.
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Nicht mein Fall. Weder für die Charaktere noch für die Geschichte konnte ich mich erwärmen.

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Erscheinungsdatum: August 2018 | Verlag: sfischer | Preis: 16,99 [D] | ISBN: 978-3-596-70271-8  | Seiten: 416 Seiten | Sprache: Deutsch

Dies ist ein Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung.




26 September 2018

[Anzeige/Rezension] Dann schlaf auch du - Leïla Slimani
Wie konnte es dazu kommen? Warum tötet das Kindermädchen ihre geliebten Schützlinge? Ein distanzierter Blick auf eine dunkle Geschichte.

Das Buch hat viel Aufruhr verursacht. Die Autorin wurde sehr für ihr Debüt gefeiert. Kann ich mich dem Hype anschließen?




Ja. Das Buch ist wirklich außergewöhnlich aufwühlend. Das Ende ist der Anfang. Gleich das erste Kapitel lässt einen schwer schlucken. Die Nanny eines Pariser Ehepaars tötet die beiden kleinen Kinder. Dann springt die Erzählung zum Davor.

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Die beiden Eltern suchen mit Bedacht nach einem Kindermädchen. Fleißig und liebevoll soll sie sein. Auf jeden Fall legal im Land. Schließlich vertraut man dieser Person seine Kinder an, da darf man kein Auge zudrücken. Sie finden Louise – sie ist perfekt. Nicht nur kümmert sie sich rührend um die Kinder, auch die Wohnung bringt sie auf Vordermann.

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Doch das Glück währt nicht lange, langsam schleichen sich Zweifel ein. Louise übertritt mehr als einmal eine unsichtbare Grenze zwischen Privatsphäre und Arbeit. Der Leser verfolgt alles mit angehaltenem Atem, schließlich weiß man worauf das ganze hinausläuft.

Man fragt sich: Hätte man es eher bemerken müssen? 


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Das Buch ist eine emotionale Hausnummer! Definitiv nichts für zartbeseitete-Happy-End-Liebhaber. Der Hype rührt sicher auch daher, dass dieses Thema sehr düster ist.

Geschieben ist das Buch laut Lehrbuch. Klar durchgetaktet und gewürzt mit Details. 

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Wer einen Blick in eine düstere traurige Seele sucht ist hier goldrichtig!

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Erscheinungsdatum: August 2017 | Verlag: luchterhand HC | Preis: 20,00 [D] | ISBN: 978-3-630-87554-5  | Seiten: 224 Seiten | Sprache: Deutsch

Dies ist ein Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung.




24 August 2018

[Anzeige/Rezension] Thomas der Schwindler - Jean Cocteau
Thomas wird für den Neffen eines Generals gehalten, ein unschuldiges Missverständnis, doch der Träumer klärt die Situation nicht auf. Er stürzt sich in ein Abenteuer: der Erste Weltkrieg. Bald schon zieht er mit einem seltsamen Haufen an Selbstdarstellern und anderen Träumern an die Front, wo Wirklichkeit und Traum aufeinander prallen.

Das Cover des Buches hat mich gleich begeistert. Der Manesse-Verlag veröffentlichte eine Neuübersetzung des Buches, welches ursprünglich 1923 erschien.




Zuerst einmal muss ich die Optik des Buches erwähnen: I’m in love! Das Büchlein ist eine kleine handliche Hardcover Ausgabe mit farbigen Lesebändchen sowie Umschlag. Einige ‚Klassiker‘ sind auf diese Art neuübersetzt/gestaltet worden – ihr solltet euch auf jeden Fall ‚Frankenstein‘ ansehen (ES IST PINK!). Volle Punktzahl für die Optik.

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Zum Buch selbst – seid euch bewusst das es 1922 geschrieben wurde. Das damalige Publikum kam quasi frisch aus dem Krieg. Der Autor verzichtet größtenteils auf detaillierte Beschreibungen der Landschaft oder Umstände. Auch schildert er den Krieg von seiner absurden Seite. Die Charaktere sind keine Kriegshelden, erringen keine besonderen Siege oder erleben auch nur annähernd die Dinge, die man in einem Buch über den Krieg erwartet.


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Der Schwindler selbst ist ein Jungspund, der in kindlicher Manier durch das Kriegsgeschehen stolpert als wäre es ein Räuber-und-Gendarm Spiel, die Prinzessin die den Trupp befehligt sieht im Krieg eine Bühne die auf ihren Auftritt wartet, der Doktor der Geschichte macht nichts lieber als seine Mitarbeiter zu hypnotisieren.

All die Figuren sind knapp geschildert und nur grob für den Leser skizziert. So geht die Fantasie ihre eigenen Wege. Trotz Kriegsschauplatz ist der ganze Roman fröhlich erzählt, da die Protagonisten den Krieg kaum als das wahrnehmen was er ist. Kekse, Theaterstücke, quasi Front-Urlaub, direkt an der Front. 



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Im Roman mischt sich die Inszenierung mit der Realität, gleiches gilt für den Roman selbst, denn Jean Cocteau inszenierte mit Thomas nicht nur eine Fantasiegestalt, sondern auch ein wenig Selbstbildnis. Cocteau meldete sich freiwillig für die Front, wurde allerdings ausgemustert. So beschloss er auf eigene Faust einen Krankentransport für Verwundete ins Leben zu rufen. Jean Cocteau stolzierte daraufhin mit goldener Fantasieuniform durch Frankreich um den Menschen seine Wichtigkeit im Krieg vorzuhalten.


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Zu Beginn wirkte der Roman ein wenig als handle es sich um eine Rohfassung, deren Vollendung noch aussteht. Allerdings liest man sich nach einer Weile in die abgehackten Sätze ein.
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Erster Weltkrieg einmal anders. Kekse und Theater an der Front. Wer braucht schon Realität wenn die Fantasie so viel spannender ist?

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Erscheinungsdatum: April 2018 (Original 1923) | Verlag: manesse | Preis: 20,00 [D] | ISBN: 978-3-7175-2420-5  | Seiten: 192 Seiten | Sprache: Deutsch

Dies ist ein Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung.




27 Februar 2018

[Rezension] Lola - Julie Estève
Lola hat gerne die Kontrolle. Über Männer. Die über ihr Leben fehlt ihr. Lola kämpft um ihren Verstand. Alleine. Im Morast von Paris

Ehrlich? Ich bin überfordert. Lola überfordert mich. Julie Estève überfordert mich. Das Buch war eine französische Version von Feuchtgebiete.




Oh wo fange ich bloss an? Nein das Buch war nicht schlecht. Hat mir das Buch gefallen? Keine Ahnung. Lola hat mich überfordert. Ihre Art war für mich unglaublich abstoßend. Daher habe ich auch an Feuchtgebiete denken müssen.

Lola ist überzogen dargestellt. Sie liebt neidische Blicke anderer Frauen. Auch abwertende Blicke machen ihr nichts aus. Sie ist absolut immun gegen 'Was andere wohl denken'.

Das ist ein interessanter Ansatz und ein kleines bisschen erstrebenswert. Jede Frau hat einen Funken Lola in sich.


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Die Ansprache des Lesers fand ich iritirend. Besonders da nicht der Leser selbst gemeint ist, sondern eine Person in Lolas Vergangenheit. Das mag literarisch ein Supergau sein. Für mich war es eher anstrengend. Es machte es mir noch schwerer mich in die Geschichte einzufinden.

Es macht sehr den Eindruck dass die Autorin damit jemanden ganz persönlich ansprechen will. Ganz sicher steckt nicht nur ein kleines bisschen Julie in Lola


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Zu Beginn war ich recht begeistert von dem Schreibstil, der tatsächlich on point war, wie man so schön sagt. Doch mit jedem Satz wuchs ein Unwohlsein in mir. Und das habe ich auch nicht mehr raus bekommen.

Ich war froh als es vorbei war, als ich die letzte Seite gelesen hatte. Wie ich auch bei Feuchtgebieten damals froh war das es vorbei war. Das war ein Bestseller *kopfkratz*

Auf der anderen Seite muss ich mir eingestehen, dass mir das Buch genau deshalb nicht mehr aus dem Kopf geht. Es war aufrührend, abstoßend, verwirrend.

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Bei 160 Seiten war es schwer genügend Themen für interessante Fakten zu sammeln. Ich habe mich bemüht:
  • Derzeit ist Houellebecq der bekannteste Gegenwarts-Literat Frankreichs
  • À La Mère de Famille wurde 1761 gegründet und ist die älteste Chocolaterie von Paris
  • Griechenland verwaltet 3054 Inseln (das sind 82% des Mittelmeers)für die die damit 

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Welche Frage liegt mir nach der letzten Seite auf der Seele:
Steckt ein bisschen Lola in mir?

Kaum. Und das ist gar nicht mal 100% positiv gemeint. Wir sollten uns öfter denken 'Egal was andere toll finden. Ich bin ich!'

Lola nimmt sich was sie will. Zieht sich an wie sie will. Schminkt sich wie sie will. Lola treibt ihr Leben auf die Spitze. Das ist nun nicht so erstrebenswert. Aber eine kleine Ecke im Hirn darf ruhig so denken wie Lola: 'Nimm mich wie ich bin.'


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Mit Frau Estève muss man können. Lola zu lesen ist ein bisschen wie mit durchgedrücktem Gaspedal über eine rote Ampel fahren: Kurz, aufregend, unangenehm und verboten. Und ein wenig  unappetitlich.

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Erscheinungsdatum: August 2017 | Verlag: rowohlt | Preis: 19,95 [D] | ISBN: 978-3-498-09094-4  | Seiten: 160 Seiten | Sprache: Deutsch

Dies ist ein Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung.