misshappyreading: 2ter Weltkrieg
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07 April 2021

[Presseexemplar] Einer muss doch anfangen - Werner Milstein
Die weiße Rose. Es gibt wenig Namen des Widerstandes im zweiten Weltkrieg sind so bekannt wie die Sophie's und Hans' Scholls. Dieses Buch versucht besonders für eine junge Leserschaft das Leben von Sophie Scholl einzufangen und Schüler:innen näher zu bringen. 

Ich möchte vorweg nehmen das ich den größtmöglichen Respekt vor Sophie Scholl, allen anderen Mitgliedern der weißen Rose als auch die Widerstandes grundsätzlich habe. Eine Bewertung dieses Buches hat nichts mit einer Bewertung des Lebens dieser Personen zu tun!



Es ist oft schwer ein solches Buch zu 'bewerten' - kann man das Leben einer Person wie Sophie Scholl bewerten? Sicherlich nicht. Doch das Buch über sie kann man sehr wohl rezensieren. Und das mache ich im Folgenden. 

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Die Geschichte dieser Geschwister geht einem nahe. Sehr nahe. Und ich fand es großartig eine Blick in die Kindheit der Scholls zu bekommen. Denn im 'Schulstoff' beginnt die 'Geschichte' meist schon direkt mit den Flugblättern. 

In diesem Buch wird auch der Lebensweg von Sophie geschildert. Ihre Familie. Ihre Jugend im BDM (Bund deutscher Mädel). Ihre anfängliche Begeisterung für den Nationalsozialismus. 

Diese Kindheits- und Jugendjahre waren spannend im Kontext mit ihrem weiteren Leben.  

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Was wiederum den religiösen Aspekt anging war ich ein wenig überfordert. Der mittlere Teil des Buches ist vollgepackt mit religiösen Zitaten, Gedanken und Gefühlen die Sophie im Bezug auf Kirche und Katholiken hat die für mich in einem Sachbuch schwer greifbar waren. 

Sicherlich mag die Religion eine ganz andere Rolle im Leben eines jungen Mädchens gespielt haben in den 1940igern. Doch fehlte mir hier oft die Relevanz zur 'Sophie Scholl - Mädchen des Widerstandes'. Zudem habe ich mich des Öfteren gefragt wie 'sachlich' ein (männlicher) Theologe über die Gefühle eine jungen Mädchens schreiben kann.... 

Das ist jetzt nicht nur negativ gemeint. Aber ich bin ehrlich. Es war mir ein bisschen zu viel Religions-Thematik für ein Buch über Sophie Scholl. Wenn gleich die Gerichtsverhandlung innerhalb einer Seite abgehandelt wird.

Besonders da das Buch für ein jüngeres Publikum geschrieben wurde wurde der Fokus falsch gewählt für mein Empfinden.   

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Eher ein Buch für den 'modernen' Religionsunterricht als für den Geschichtsunterricht.

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Erscheinungsdatum: März 2021 | Verlag: güthersloher verlagshaus | Preis: € 15,00 [D] | ISBN: 978-3-579-07155-8  | Seiten: 208 Seiten | Sprache: Deutsch

Dies ist ein Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung.



01 April 2021

[Presseexemplar] Mein Name ist Selma - Selma van de Perre
Marga. So nennt sie sich. Diesen Namen haben ihr nicht ihre Eltern gegeben, sondern der Widerstand. Es wird lange dauern bis sie wieder sagen wird: Mein Name ist Selma. 

Der zweite Weltkrieg ist nicht nur ein wichtiges Thema, es ist auch ein spannendes Thema. Umso großartiger sind Tatsachenberichte. Erinnerungen der Menschen die ihn wirklich erlebt haben. Dieses Buch hat mich schon von der ersten Seite an begeistert.


Selma ist eine junge Frau als der Krieg beginnt. Sie, wie viele andere auch, kann lange nicht begreifen was da vor sich geht. Mehr als einmal erklärt sie in dem Buch dass wir mit dem heutigen Wissen völlig anders auf viele Situationen reagiert hätten. Doch sie befand sich mitten im Auge des Sturms. 

Erst viele viele Jahre später wurden all die Grausamkeiten des Holocaust publik. Ein Wissen das heute zur Absoluten Allgemeinbildung gehört. Doch als Selma im September 1944 in das Konzentrationslager Ravensbrück gebracht wird ist sie sich nur einer Sache sicher: Es ist besser wenn niemand erfährt das  'Marga' eigentlich Selma heißt und Jüdin ist. 

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Ich kann direkt sagen, für dieses Buch kann ich eine große Leseempfehlung aussprechen. Das hat mehrere Gründe!

Zum einen ist das Buch unglaublich nahbar geschrieben. Ich fühlte mich als säße ich vor Frau van de Perre selbst und lausche ihrer Erzählung. Trotz des grausamen Themas schafft es die Dame ihre Geschichte mit einer Leichtigkeit und gar Heiterkeit zu erzählen die sie mir unglaublich sympathisch gemacht hat.

Was ich auch großartig an dem Buch fand oder viel mehr an Selmas Geschichte ist ihr Charakter. Sie ist eine Heldin. Das kann man nicht anders sagen. Sie riskierte mehrfach ihr Leben um zu helfen. Sie musst so oft mutig sein und befand sich in Situationen wo ihr Leben auf dem Spiel stand. 
Und doch ist sie unglaublich bescheiden ihn ihrer Erzählung. 
Sie vergisst keine einzige gute Tat anderer ihr gegenüber. Spricht lobpreisend über ihre Mitstreiter des Widerstands, aber auch über andere Mitgefangene im KZ, die freundlich zu ihr waren. 

>>Das soll nicht heißen, dass ich keine Angst hatte, doch ich ließ mich nicht von der Angst überwältigen - der Wunsch, mich gegen die Nazis zu engagieren und Menschen zu helfen, die sich in Gefahr befanden, erwies sich als stärker.<< S. 88

In diesem ganzen Buch strahlt sie als Erzählerin unsagbar viel Güte und Optimismus aus. 

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Ich danke Selma van der Perre für diesen Einblick in den Holocaust. Es ist noch immer so unglaublich wichtig den Zeitzeugen zu zu hören. Ihnen den Raum zu geben das zu erzählen was sie uns wissen lassen möchten von dieser schrecklichen Zeit. #NEVERFORGET #NEVERAGAIN

Dieses Buch hat mich emotional auf eine Reise mitgenommen und dennoch mit viele Hoffnung erfüllt.  

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Großartiger Bericht einer Zeitzeugin. Schenkt diesem Buch eure Aufmerksamkeit. Es lohnt sich.

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Erscheinungsdatum: März 2021 | Verlag: btb verlag | Preis: € 20,00 [D] | ISBN: 978-3-442-75905-7  | Seiten: 224 Seiten | Sprache: Deutsch

Dies ist ein Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung.



10 Dezember 2020

[Presseexemplar] Stella - Takis Würger
Der 23 jähriges Friedrich ist Schweizer und beschließt 1942 nach Berlin zu reisen. Er möchte sich diese starken Deutschen aus der Nähe ansehen. Dort begegnet ihm Kristin und die beiden beginnen eine Liebesbeziehung. Bis sie ihm eines Tages gesteht dass sie eigentlich Stella heißt und Jüdin ist. 

Zuerst hat mich einfach der Klappentext angesprochen und die Tatsache das es besagte Stella wirklich gab. Dann habe ich erfahren das dieses Buch eine ziemlich intensive Diskussion hervor gerufen hat. Ich möchte im Folgenden erklären wie ich dazu stehe.


Ich möchte mit dem 'besten' Teil des Buches beginnen, der Schreibstil. Ich liebe einen solchen rasanten und kompakten Stil. Zum einen liest sich das Buch aus dem Grund sehr schnell und zu anderen unterstützt es die Art der Geschichte. 

Der Schreibstil ist also der große Pluspunkt des Buches für mich.

Auch der Gedanke hinter der Geschichte ist sehr interessant. Stella fand ich sehr spannend vom ersten Moment an. Das ihre Geschichte auf wahren Begebenheiten basiert macht das Ganze besonders erschreckend.

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Hier kommen wir aber zu dem Problem mit dem Buch. Die beiden Protagonisten!

Beginnen wir mit Friedrich. Allein die Vorstellung 1942 nach Berlin zu reisen 'um sich das Ganze mal anzuschauen' als wäre der zweite Weltkrieg eine Theatervorstellung. Ich kann mir tatsächlich vorstellen das es so 'blauäugige' reiche Jünglinge gab die das Ganze nicht greifen konnten. Doch als Leser war ich entsetzt über die Belanglosigkeit die der Krieg für ihn zu haben scheint.

Doch mit Friedrich hätte ich leben können. Denn er ist fiktiv. Und in der Beziehung müssen Autoren freie Hand haben. Das ist der tiefste Kern der Literatur. Schriftstellerische Freiheit.
ABER das gilt nicht für Stella. Stella ist eine reale Person und wenn man sich mit ihr nach dem Lesen des Buches befasst zu sympathisch dargestellt. 

Nun auch hier kann man anbringen dass ich persönlich Stella nicht kenne und mir daher kein Urteil erlauben könne wie sie richtig oder falsch dargestellt ist. Korrekt.
Doch verstehe ich die Kritiker die sagen: So sollte man nicht über den Krieg schreiben.

Stella, die echte, war antisemitisch, sie hätte wenn sie könnte ihre jüdischen Wurzeln sofort gegen arische ausgetauscht und hat auch nach dem fehlenden Druckmittel mit den Nazis zusammen gearbeitet. 

Ich hätte das Buch gut gefunden, wenn Stella als die dargestellt worden wäre die sie war. Wenn das Buch ihren 'Verrat' kritisch betrachtet hätte.

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Toll geschrieben, doch für mich zu weit von der wahren Person entfernt.

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Erscheinungsdatum: Okt 2020 | Verlag: goldmann | Preis: € 12,00 [D] | ISBN: 978-3-442-48881-0 | Seiten: 240 Seiten | Sprache: Deutsch

Dies ist ein Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung.



02 April 2019

[Anzeige/Rezension] Zwischen uns ein ganzes Leben - Melanie Levensohn
Paris während des zweiten Weltkriegs - Wahington DC heute. Getrennt durch ein Jahrhundert. Drei Frauen, drei Schicksale, drei Leben. Die eine bereut ihr Leben, der anderen war es nicht vergönnt und die dritte ist noch auf der Suche danach.
 

Das Buch hat mich im Briefkasten überrascht. Ehrlicherweise hätte ich selbst sicher nicht danach gegriffen. Zwar kann ich mich für Geschichten zu Kriegszeiten begeistern, allerdings bin ich kein großer Fan von Frauen-Schicksals-Romanen die sich über ein ganzes Jahrhundert ziehen, da diese oft mit vielen Klischees daher kommen. Und was soll ich sagen, hier war das nichts anderes.





Es gibt Rezensionen die ein bisschen weh tun. Das hier ist so eine. Ich wollte das Buch wirklich 'mögen'... aber das ging leider nicht. Ich war neugierig und habe bei Goodreads ein bisschen nach anderen Rezensionen zu dem Buch geforscht. 

Mit meiner Meinung scheine ich noch recht alleine zu sein.

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Ich habe ein paar mal gelesen dass das Buch viel Tiefgang hätte. Dem kann ich mich leider überhaupt nicht anschließen. Dafür dass das Buch während dem Zweiten Weltkrieg spielt ist Friede Freude Eierkuchen. Ja der jungen jüdischen Judith (*hahhaha*) ist ein bisschen kalt und die hat Hunger. Jedes Mal kommt aber ihr steinreicher arischer Freund daher mit Essen und Wein.... seriously? Das ist eine seichte Liebesgeschichte, kein Roman mit Tiefgang.


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Beatrice habe ich auch gefressen. Sie hat a) null Selbstbewusstsein, was ich bei einer Pressemitarbeiterin einer großen Bank in DC nicht nachvollziehen kann und b) ist sie nicht besonders gut in dem was sie tut.  

Den zweiten Punkt muss ich vielleicht erklären: 
Ja ihr Chef ist ein Arsch, verbockt hat sie es trotzdem selbst in der Arbeit. 

Dann steckt sie ihre Energie in die Suche nach der verschollenen Judith, die vermutlich den Krieg überlebt hat, und muss von jemand anderen darauf hingewiesen werden dass es möglich wäre dass Judith nicht mehr ihren Mädchennamen hat... 'Daran hätte sie gar nicht gedacht.' (irgenwo um S. 176)... Ehrlich?
 
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Das Buch war gut geschrieben und wenn ich mal im Flow war bin ich gut vorangekommen. Allerdings konnte ich mich für die Geschichte nicht begeistern und für die Protagonisten nicht erwärmen. Sehr schade.
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Nicht mein Fall. Weder für die Charaktere noch für die Geschichte konnte ich mich erwärmen.

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Erscheinungsdatum: August 2018 | Verlag: sfischer | Preis: € 16,99 [D] | ISBN: 978-3-596-70271-8  | Seiten: 416 Seiten | Sprache: Deutsch

Dies ist ein Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung.




02 November 2018

[Anzeige/Rezension] Ein folgenschwerer Abend - Ismail Kadare
Albanien im zweiten Weltkrieg. Zerrissen zwischen Italien und Deutschland. Ein Abend der geheimnisvoll und ungeklärt bleibt. Und was haben der Große und der Kleine Gurameto damit zu tun.

Der Klappentext des Buches hat mit sofort gefesselt. Lasst euch nicht von dem etwas grausigen  Cover verschrecken, der Fischer Verlag hat für das Ende Juli erschienene Taschenbuch ein brandneues Cover. 




Ich tue mich schwer einen Anfang für die Rezension zu finden. Im ersten Kapitel konnte ich der Geschichte noch einigermaßen folgen. Der Schreibstil ist sehr dramatisch und bildreich. Und doch war der Geschichte schwer zu folgen.

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Die Geschichte beginnt mit dem Einmarsch der Deutschen ins von Italien besetzte Albanien. Sie kommen als Freunde behaupten sie. Die Rebellen sind anderer Meinung und gehen zum Angriff über. Die Deutschen, allen voran Oberst Fritz von Schwabe, marschieren in Gjirokastra ein und wie es der Zufall will, begegnet Fritz von Schwabe dort seinem alten albanischen Studienkollegen. Der große Dr. Gurameto empfängt seinen alten Freund mit der erwarteten albanischen Gastfreundschaft. 


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Ab diesem Punkt habe ich mich schwer getan bei der ‚Stange‘ zu bleiben. Die Geschichte selbst geht spannend weiter. Es werden Geiseln genommen und frei gelassen. Jahre später muss der große Doktor sich für seine Gastfreundschaft rechtfertigen und soll unter Folter endlich die Wahrheit gestehen. Wie hatte er die Deutschen überredet die Geiseln frei zu lassen?

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Der Schreibstil war literarisch hochwertig, aber absolut nicht mein Fall. So habe ich mich durch die Seiten gekämpft, zum Glück waren es nicht so viele.
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Nicht mein Fall (leider). Daher kann ich jedem nur empfehlen erst die Leseprobe zu lesen, bevor man sich in das Buch stürzt!

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Erscheinungsdatum: März 2010 | Verlag: S. Fischer Verlage  / Ammann Verlag| Preis: € 19,95 [D] | ISBN: 978-3-250-60049-7  | Seiten: 208 Seiten | Sprache: Deutsch

Dies ist ein Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung.




13 August 2018

[Anzeige/Rezension]   Der Tätowierer von Auschwitz - Heather Morris
1942 - Eine wahre Geschichte, über eine Liebe die an einem Ort entsteht der grausamer nicht sein könnte - im KZ Ausschwitz. Lale Sokolov wird in ein KZ deportiert und erhält den Job des Tätowierers. 
 
Das Buch hat mich sofort angesprochen. Bücher die auf wahren Begebenheiten basieren interessieren mich immer besonders. Vor allem das Thema zweiter Weltkrieg ist immer wieder aufrührend. Es erschreckt mich immer noch, zu was die Menschen damals fähig waren.







Eigentlich kann ich gar nicht viel über das Buch sagen, außer: Ihr müsst es lesen! Die Geschichte von Lale hat mich tief berührt. Auf den ersten Seiten kommt der Slowake in Ausschwitz-Birkenau an und alleine diese Ankunft hat mir das Blut in den Adern gefrieren lassen. Ich habe genügend Dokumentationen gesehen um ein klares Bild dieser geschilderten Szene vor mir zu haben.

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Was die Geschichte für mich sehr besonders gemacht hat, war der Lebenswille der Menschen. Sie befinden sich an einem der schlimmsten Orte die die Menschheit hervorbringen konnte. Sie beweisen große Nächstenliebe in dem Lager, in dem die Menschlichkeit bei den 'Deutschen' völlig fast ausnahmslos verloren gegangen ist. Lales Geschichte ist dennoch unglaublich Lebensbejahend. 


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Ich bin durch die Seiten geflogen, berührt von der Erzählung. Das schönste ist, Lale Sokolov hat der Autorin seine Liebesgeschichte erzählt, nicht seinen Leidensweg im KZ. Nach der letzten Seite bin ich unheimlich froh das jemand seine Geschichte erzählt hat. 

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Welche Frage liegt mir nach der letzten Seite auf der Seele:
Würdest du alles tun um zu überleben?

Ja, das ist eine schwere Frage. Lale entscheidet sich lieber für die Nazis zu arbeiten, als zu sterben. Ich denke ich hätte mich genau so entschieden. Trotz seiner Entscheidung verliert er nicht seine Menschlichkeit, er tut was er kann um zu helfen, aber auch um zu überleben. Ich denke das ist eine natürliche Reaktion. Zu hoffen bleibt dass wir uns alle am Ende für die Menschlichkeit entscheiden.

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Eine berührende Liebesgeschichte, die an einem Ort entspringt der schlimmer nicht sein könnte. Sehr sehr lesenswert! Kann ich absolut jedem empfehlen.

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Erscheinungsdatum: August 2018 | Verlag: piper | Preis: € 16,00 [D] | ISBN: 978-3-492-06137-7  | Seiten: 304 Seiten | Sprache: Deutsch

Dies ist ein Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung.




26 Februar 2018

[Rezension] Ein mögliches Leben - Hannes Köhler
Martin begleitet seinen Großvater in die USA. Der alte Mann ist ihm nahezu fremd und das Bild von ihm sehr geprägt durch Martins Mutter. Franz wurde im zweiten Weltkrieg von den Amerikanern gefangen genommen und in die Staaten gebracht. Gemeinsam mit seinem Enkel wandert er durch die Vergangenheit. 

Das Buch ist tatsächlich etwas Besonderes. Ich habe bisher kein vergleichliches Buch gelesen. Warum? Das versuche ich mal in Worte zu fassen.





Der Roman hat einen ganz eigenen und hochwertigen Schreibstil.

Den historischen Aspekt fand ich besonders interessant. Ich habe bereits viele Romane gelesen die dich auf die ein oder andere Weise mit dem zweiten Weltkrieg und Gefangenschaft beschäftigt haben. Doch deutsche Gefangene in den USA war nie ein Thema das tangiert wurde
.

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Es ist befremdlich und erschreckend zu gleich wie viele der Soldaten in Gefangenschaft noch an den versprochenen Endsieg geglaubt haben, an die Geheimwaffe die alles noch einmal zum 'Guten' wenden soll.


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Drei Erzählstränge führen zur Geschichte von Fritz zusammen. Jede hat ihre eigene Erzählweise.

Hier möchte ich nicht zu viel vorgreifen, denn dieses Buch sollte man einfach auf sich zukommen lassen.

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Drei Fakten, die wir hoffentlich noch nicht gehört haben zum zweiten Weltkrieg, bzw. eine die man nicht oft genug hören kann:
  • 425.000 deutsche Kriegsgefangene wurden in die USA gebracht (verteilt auf 700 Camps)
  • für die die damit immer noch Probleme haben, der 2te Weltkrieg fand von 1939 bis 1945 statt
  • komplett random Fakt, aber irgendwie blieb es mir im Kopf: Britische Soldaten bekamen pro Tag 3 Blätter Klopapier, Amerikaner 22

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Welche Frage liegt mir nach der letzten Seite auf der Seele:
Warum wurden so viele Soldaten in die USA gebracht?

Welche Frage stellt man sich nach einem Buch das den zweiten Weltkrieg oder die Gefangenschaft danach behandelt. Tausend Fragen, tausend Erklärungsansätze. Nach diesem Buch war die Frage für mich sehr einfach, da sie sich mit dem Ansatz der Geschichte beschäftigt, welcher mir lange nicht so bewusst war. 

Deutsche Kriegsgefangene in den USA. Tatsächlich gab es in Großbritanien nicht genug Platz für die Gefangenen. So wurden diese in die USA gebracht. Zudem gab es  viele leere Schiffe die in die Staaten zurück kehren, nachdem Sie die amerikanische Soldaten nach Europa gebracht hatten.

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Die Geschichte wird sehr ruhig erzählt, die Sprache ist melodisch und melancholisch.

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Lest die Leseprobe. Wenn ihr Gefallen an dieser findet, gefällt euch das restliche Buch.

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Erscheinungsdatum: Februar 2018 | Verlag: ullstein | Preis: € 22,00 [D] | ISBN: 978-3-550-08185-9  | Seiten: 352 Seiten | Sprache: Deutsch

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24 Januar 2018

[Rezension] Die Vergessenen - Ellen Sandberg
Drei Perspektiven, drei Protagonisten, zwei Zeitstränge, mehrere ungesühnte Verbrechen. 1944 - Kathrin ist Krankenschwester in einer Pflege- und Heilanstalt und muss sich bald eingestehen dass grausame Gerüchte direkt vor ihren Augen Wirklichkeit werden. 2013 - Manolis und Vera sind auf der Suche nach Unterlagen aus der Vergangenheit, mit unterschieldichen Motiven und Methoden.

Auf das Buch wurde ich aufmerksam durch die Ankündigung der Lesung von Ellen Sandberg in München. Das Dritte Reich bietet ein spannendes und emotionales Setting. Die Geschichte hat mich sehr berührt und war gleichzeitig spannend.




Ich kann nicht oft behaupten dass mir alle Protagonisten auf Anhieb sympathisch waren. Die drei Hauptdarsteller von Ellen Sandberg sind geschickt gewählt. Alle drei sind auf gewisse Art durch den zweiten Weltkrieg verbunden, doch haben sie andere Sichtweisen auf die Dinge und unterschiedliche Intensionen. 

Ellen Sandberg stellt nicht nur ihren Figuren sondern auch dem Leser stets die Frage: Was ist Gerechtigkeit? Wer handelt 'richtig'? Was haben wir schon 'vergessen'?

An dieser Stelle muss ich ein Zitat aus dem Buch nennen das mich sehr bewegt hat und dem ich aus tiefstem Herzen zustimmen kann.


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Das Thema welches die Geschichte hauptsächlich behandelt ist sehr emotional. Euthanasie ist eins der dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte. Und leider auch eins das oft in Vergessenheit gerät. 


Mein Herz hat schon auf Seite 70 kurz aufgehört zu schlagen - weil ich wusste was kommen würde. Nicht weil die Autorin es vorweggenommen hat, sondern weil sich die Geschichtsschreibung leider nicht mehr ändern lässt. 

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Auf der letzten Seite ist eine Anmerkung der Autorin das dies eine fiktive Geschichte ist, deren Inspiration leider aus tatsächlichen geschichtlichen Ereignissen stammt. 

Hier zwei Artikel die sich einmal mit der damaligen Pflegeeinrichtung Haar (Süddeutsche Zeitung) und dem Masaker von Distomo (Frankfurter Allgemeine und Deutsche Welle) beschäftigen. LESENSWERT!

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Was ich allerdings bei einer Rezension auf keinen Fall vergessen sollte ist der Unterhaltungsfaktor. Ja das Thema ist hart. Das Thema geht einem nahe (vorallem wenn man unweit des Schauplatzes wohnt). Ellen Sandberg hat einen Roman geschrieben der zwar zum Nachdenken anregt, doch ebenso spannend und unterhaltsam ist.

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Da ich aber nicht anders kann als mich mit der Thematik zu befassen habe ich ein paar Fakten zur Euthanasie zusammengestellt.
  • 200.000 Menschen wurden aufgrund geistiger oder körperlicher Behinderung getötet (Quelle)
  • Euthanasie bedeutet 'schöner Tod' - der Name beschönigt die grausame Praxis des NS-Regimes (Quelle)
  • Es werden noch immer Prozesse gegen SS-Männer angestrebt - knapp 73 Jahre nach Kriegsende (Quelle)
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Welche Frage liegt mir nach der letzten Seite auf der Seele:
Wird es ein weiteres Buch von Vera und Manolis geben?

Ich könnte ewig über das 'Warum?' schreiben oder mich noch tiefer in die Thematik einsehen, und das werde ich auch tun. Allerdings nicht in einer Rezension über das Buch. Daher die simple Frage: Wird es mehr zu lesen geben von den beiden? Ich hoffe sehr. Und die Antwort kann ich hoffentlich auch bald geben, da ich morgen zu der Lesung von Ellen Sandberg gehen werden.

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Ein absolut lesenswertes Buch über ein dunkels Kapitel der deutschen Geschichte. Emotional und unterhaltsam geschrieben. Glaubhafte Charaktere auf der Suche nach Gerechtigkeit für die Vergessenen.

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Ein interessantes Interview mit der Autorin findet ihr auf der Verlagsseite: hier.

Ellen Sandberg erwähnt einen SPIEGEL-Artikel über einen KZ-Arzt der Teil ihrer Inspiration war, sehr lesenswert (Achtung: Es geht um grausame Kriegsverbrechen)! Hier gelangt ihr zu dem Artikel auf SPIEGEL ONLINE.

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Erscheinungsdatum: Dezember 2017 | Verlag: penguin verlag | Preis: € 10,00 [D] | ISBN: 978-3-328-10089-8  | Seiten: 512 Seiten | Sprache: Deutsch

Dies ist ein Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung.