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18 Januar 2018

[Rezension] Zeiten des Aufruhrs - Richard Yates
Die 50iger Jahre in einer Vorstadt New Yorks. April und Frank Wheeler kämpfen erbitterlich gegen den Alltag und die Stupidität der Normalität. Eine Ehe durchwachsen von Boshaftigkeit und Abbitte. Willkommen in der Revolutionary Road - wo hinter selbstgenähten Vorhängen Kriegsgebiete sind.

Zeiten des Aufruhrs ist ein moderner Klassiker - Weltliteratur. Richard Yates war scheinbar ein interessanter Mensch. Er schrieb Reden für Robert Kennedy, lebte, wie man sich das von einem Schriftsteller der Zeit vorstellt, von Zigaretten und übermäßigem Alkoholkonsum. Yates starb 1992 - den Ruhm seiner cher hat er nicht mehr erlebt.




Die ersten Seiten des Buches haben mich ein wenig Willenskraft gekostet. Richard Yates schreibt als sähe er April und Frank genau vor sich und als berichte er von seinen Beobachtungen. Seine ruhige Erzählung über das Alltägliche der Vorstadt ist etwas auf das man sich erst einlassen muss. Wenn man allerdings an den Punkt gekommen ist gibt es kein Zurück mehr.

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April Wheeler
Eine Hausfrau die ihren Lebenstraum Schauspielerin zu werden aufgibt. Sie heiratet Frank Wheeler, für sie der Inbegriff eines 'Mann von Welt', intellektuell, interessant und verlässlich, hält. Die triste Normalität der Vorstadt macht sie chronisch unglücklich. Sie möchte nicht der Stereotyp einer Hausfrau der Fünfziger sein, doch gleichzeitig ist sie bemüht die Fassade eben dieser aufrecht zu erhalten.

Frank Wheeler
Für den charmanten Frank scheint nichts so wichtig wie seine Männlichkeit. Er ist in einem monotonen Bürojob gefangen und schiebt die Arbeit auf anstelle sie zu erledigen. April ist eine Vorzeigefrau und er  befürchtet stets dass die ihn nicht ernst nehmen oder gar verlassen könnte. Frank wirkt teilweise depressiv und aggressiv. Genau wie seine Frau ist er stets bemüht den Nachbar ein Bild einer perfekten Vorstadtfamilie zu präsentieren.


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Ein erstaunlicher Aspekt der Erzählung ist für mich die kaum vorhandene Erwähnung der beiden Kinder. Die zwei Sprösslinge von April und Frank können wenn überhaupt als Nebendarsteller genannt werden. Umso faszinierender ist dieser Punkt wenn man bedenkt dass es in dem Buch über die Ehe der Wheelers geht. Die Kinder scheinen nicht nur für den Autor, sondern auch für die Wheelers nicht mehr als eine Randnotiz zu sein.


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April und Frank sprechen viel miteinander, doch scheitern sie komplett an ihrer Kommunikation. Frank schätzt seine Frau mehrmals völlig falsch ein, als er sich ihre Reaktion auf Neuigkeiten ausmalt.

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Ein paar interessante Punkte zu Yates' Roman:
  • Ursprünglich hatte das Buch im Deutschen den Titel "Das Jahr der leeren Träume" (1975)
  • Yates verkaufte die Filmrechte für NUR 15.500 EUR
  • Gelistet in den "All Time 100 Novels" des Times Magazines (Link zur Goodreads Liste)

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Welche Frage liegt mir nach der letzten Seite auf der Seele:
Welche Rolle spielt John Givings?

Der einzige Protagonist des Buches, welcher stets ehrlich spricht, ist John Givings. Das gibt einem zu denken! Denn John Givings ist „geistesgestört“, er bezeichnet sich selbst als schizophren. Auch Frank zieht seine Schlüsse – April ist einer Meinung mit John, ergo sie muss auch zum Seelenklempner. Erwähnenswert taucht John nur in zwei Szenen auf, doch spielt er für mein Empfinden eine ganz entscheidende Rolle. Ist die Vorstadt-Gesellschaft der 50iger wirklich so bemüht den Schein zu wahren, das nahezu niemandem ein ehrliches Wort über die Lippen kommt? John ist ein Ventil - er lässt die Luft aus dem Wasserball der perfekten Gemeinde und bringt damit zum Vorschein wie schrumpelig und lasch sie in Wirklichkeit ist.

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Reden ohne zu kommunizieren, keiner seziert eine scheiternde Ehe so gut wie Yates. Ein zukünftiger Klassiker den man auf jeden Fall lesen sollte.

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Selbstverständlich ist das Buch bereits verfilmt, und das mit dem Filmischen Traumpaar unserer Zeit: Leonardo DiCaprio und Kate Winslet

Ich habe den Film noch nicht gesehen, das werde ich nachdem ich das Buch gelesen habe zügig nachholen. Da ich aber vor der Lektüre den Trailer gesehen habe, hatten April und Frank bereits die Gesichter von Kate und Leo. 

Der Film ist übrigens bei Amazon Prime verfügbar. 

 
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Erscheinungsdatum: September 2017 (1961) | Verlag: penguin verlag | Preis: € 10,00 [D] | ISBN: 978-3-328-10154-3  | Seiten: 368 Seiten | Sprache: Deutsch

Dies ist ein Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung.




09 Januar 2018

[Rezension] Wie der Wind und das Meer - Lilli Beck
In den letzten Tagen des Krieges 1945 treffen die Kinder Paul und Sarah aufeinander. Um nicht getrennt zu werden geben sich die beiden als Geschwister aus und überstehen die Nachkriegsjahre gemeinsam. Auch im Waisenhaus schaffen sie es trotz vieler Rückschläge zusammen zu bleiben. Einige Jahre später, als Teenager, verlieben sie sich ineinander. Doch niemand außer ihnen selbst weiß dass sie keine Geschwister sind. Und das Schicksal bleibt erbarmungslos mit ihnen.

Dieses Buch ist ein sehr interessantes Portrait der Geschwister Greve. Bis zur letzten Seite begleitet man Paul und Sarah von 1945 bis 1990 – von München nach Berlin. Ein erschreckender Gedanke der mir immer wieder kam war: Das kann tatsächlich passiert sein. Auch wenn die Geschichte soweit ich weiß reine Fiktion ist, ist der Grundgedanke sicher so ähnlich vorgekommen.




Der Klappentext verrät bereits viel (ein bisschen ZU viel) - ich hätte mich bei diesem Buch gerne mehr überraschen lassen. Die ersten 200 Seiten sind detailreich geschrieben, allerdings sehr vorhersehbar, da man aufgrund der Inhaltsangabe bereits weiß wie die ersten Nachkriegsjahre für die beiden ausgehen. 

Das kann auch der Grund gewesen sein warum ich das Buch erst ab der zweiten Hälfte spannend fand. Ab dem Moment in dem ich nicht mehr wusste wie es weiter geht - Wie sich Sarah entscheidet, wie Paul sich verhalten wird und wie die übrigen Protagonisten handeln werden.


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Die Erzählung geht über 55 Jahre und wartet daher mit einigen Zeitsprüngen auf. Die Abschnitte finde ich sehr schön gewählt, ebenso wie die Sprünge zwischen Paul und Sarah sowie München und Berlin.

Speaking of München und Berlin. Ein sehr sympathisches Detail des Buches waren die Dialekte. Oft werden in Büchern die Dialekte zu übertrieben dargestellt oder sind gar nicht vorhanden. Lilli Beck hat es geschafft diese genau richtig zu dossieren und vor allem auch glaubhaft. Besonders der bayrische Satzbau mancher Protagonisten ist mir positiv aufgefallen.

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Die Nachkriegszeit ist ein sehr interessantes Thema was Fakten angeht:
  • Europa 1945: 13 Millionen Voll- und Halbwaisen (Deutschland: 2,5 Mio Halbwaisen und 100.000 Vollwaisen (Quelle) – Syrien/Ausland 2017: 1 Mio Kriegswaisen (Quelle)
  • Das DNA-Profil oder auch genetischer Fingerabdruck genannt war erst ab 1984 bekannt - heutzutage wäre die Sache leichter zu klären gewesen
  • München war tatsächlich so zerstört dass man überlegte es komplett neu am Starnberger See auf zu bauen
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Welche Frage liegt mir nach der letzten Seite auf der Seele:
Hätte Pauls und Sarahs Geschichte anders ausgehen können?

Keine Angst, es folgt kein Spoiler an dieser Stelle. Wenn ihr das Buch lest wisst ihr warum dies meine Frage ist. Das Leben hat so viele Abzweigungen dass man oft nicht sagen kann welche Abzweigung zu welcher Kreuzung und welche Kreuzung zu welchem Kreisverkehr geführt hat. 

Aus meiner Generation stammend bedeutet, dass man einiges nicht nachvollziehen kann. Aussagen, Haltungen und Handlungen einzelner Protagonisten scheinen schrecklich ungerecht. Doch es waren andere Zeiten und vor allem andere Sitten. Ganz objektiv betrachtet ist alles bis zu einem gewissen Grad nachvollziehbar.

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Ein ergreifendes Portrait einer Liebesgeschichte mit kleinen Anlaufschwierigkeiten. Herzliche und glaubhafte Charaktere in einem toll ausgearbeiteten Setting. Auf jeden Fall lesenswert.

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Erscheinungsdatum: September 2017Verlag: blanvalet Preis:19,99 [D] | ISBN: 978-3-7645-0577-6 Seiten: 512 Seiten | Sprache: Deutsch

Dies ist ein Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung.




07 Januar 2018

[Sonntags-Sehnsucht] Vereinigte Arabische Emirate
UAE – United Arab Emirates. Aufgrund meiner Arbeit war ich bereits mehrmals in den Emiraten. Sonnengarantie und Sand soweit das Auge reicht. Wo Verrücktheit und Extravaganz zu Hause sind!



Da ich von euch sehr häufig auf meine Reisen angesprochen werde, berichte ich ein bisschen von den Ländern die ich besucht habe. Wenn möglich auch mit passender Lektüre. Ich hoffe euch gefällt der Bericht. Falls ihr Fragen zu den Ländern habt immer her damit.

Die Vereinigten Arabischen Emirate bestehen aus 7 Emiraten. Die Städte dort sind schillernd und die modernsten der Welt. Die sogenannten Altstädte sind nicht mal 100 Jahre alt und noch in den 70iger Jahren war dort fast ausschließlich Wüste.

Ein kleiner Überblick der wichtigsten Emirate.

Abu Dhabi

Die Hauptstadt und gleichzeitig das mit Abstand größte Emirat. Bekannt ist Abu Dhabi für die Formel1 Strecke und eine wunderschöne Moschee. Abu Dhabi lohnt sich auch als Tagesausflugsziel von Dubai aus. Eine große Tiervielfalt gibt es in den Emiraten nicht (kein Wunder bei der Hitze), in Abu Dhabi gibt es allerdings eine Falken Klinik welche man besuchen kann, und eine Kamel-Rennbahn.

Sehenswert: Sheik-Zayeed-Moschee
Strandurlaub: ja
Städtetrip: nur in Kombination mit Strandurlaub
Nightlife: ja

Fujairah
Dieses Emirat ist eher ein Geheimtipp, es liegt am Golf von Oman und ist deshalb ein guter Anlaufpunkt für Taucher. Hier gibt es auch Berge zum Wandern.

Sehenswert: Unterwasserwelt
Strandurlaub: ja
Städtetrip: nein
Nightlife: nein

Dubai
Kabooooom! Dubai – was gibt es mehr zu sagen. Die Stadt besteht quasi aus Weltrekorden und Prunk. Hier gibt es tatsächlich nahezu alles – Flaniermeilen, Märkte, Restaurants zu jeder erdenklichen Küche, die berühmte Palm Jumeirah, eine Ski Halle, Freizeitparks und Hotels für jeden Geldbeutel.

Sehenswert: Dubai Marina
Strandurlaub: ja (wenn man sich nicht an der Skyline stört)
Städtetrip: ja
Nightlife: Party all night every day

Ras Al Khaimah
Das Urlaubs-Emirat. Der wichtigste Wirtschaftszeig ist hier der Tourismus. Es ist das „entspannteste“ Emirat mit der westlichsten Einstellung (hier kann man auch problemlos während des Ramadans Urlaub machen). Hier gibt es Berge als auch Wüste.

Sehenswert: Ausflug in die Berge
Strandurlaub: ja
Städtetrip: nein
Nightlife: nein

Die übrigen Emirate sind Umm al-Quwain, Sharjah und Ajman.


Ein Thema auf das mich immer wieder viele ansprechen: Wie muss ich mich dort anziehen?
Um gleich ein Vorurteil aus der Welt zu schaffen: Niemand muss die Haare bedecken und auch keine langen Shirts tragen. Man kann sich problemlos als Frau alleine durch die Städte bewegen.

Aus Höflichkeit würde ich tagsüber stets etwas anziehen das zumindest bis zum Knie geht und nichts Schulterfreies. Abends ändern sich die Regeln in Dubai – es heißt tatsächlich: Weniger ist mehr.

Ich habe in Dubais Clubs Damen gesehen die weniger anhatten als ich am Strand. Kurzer Rock und Schulterfrei? Kein Problem. Hohe Schuhe wünschenswert. Aber auch leger ist in Ordnung.

Mein Tipp: Unbedingt auf Ladies Nights achten, Cocktails sind oft komplett kostenlos für uns Damen. Ausgehmöglichkeiten gibt es viele, beliebt ist die Barasti Bar.

Wenn man in den Emiraten ist sollte man auf jeden Fall einen Ausflug in die Wüste machen. Wüstensafaris kann man in jedem Hotel buchen, und bei jeder Tour ist ein Foto-Stopp dabei. Die Wüste ist wirklich faszinierend und es macht Spaß mit dem Jeep die Dünen rauf und runter zu brettern. Selbst fahren darf man leider nicht (das habe ich schon mehrmals versucht, leider ohne Erfolg).

Mein Tipp: Jacke mitnehmen! Es wird tatsächlich frisch in der Wüste abends.

Um die Städte Dubai und Abu Dhabi zu erkunden finde ich die Hop-on-Hop-off Busse sehr gut. Ja ich weiß – Touristenfalle. Ich habe schon viele unterschiedliche Touren gemacht und kann guten Gewissens sagen dass sich diese Busse für mich am meisten gelohnt haben. Teilweise ist sogar eine Wüstensafari und eine Walking Tour bereits inklusive!

Wer sich für Kamelrennen interessiert sollte Frühaufsteher sein. Trainings für die Tiere finden fast jeden Tag in der Früh statt, die Rennen am Wochenende (ACHTUNG: Wochenende ist Freitag und Samstag). Kamelreiten ist für mich wie Elefantenreiten – Tierquälerei. Das muss selbstverständlich jeder für sich selbst entscheiden, ich persönlich bin kein Befürworter.

Völlig überbewertet werden die sogenannten Souks, die arabischen Märkte. Traditionell ist hier nichts. Die Verkäufer kommen von überall her und sind keine Einheimischen, jeder schreit einem hinterher und jeder zweite spricht Deutsch um die Touristen damit zu begeistern. Die Gewürzsäcke sind schöne Fotomotive, das war es dann auch schon.

Mein Tipp: Gewürze könnt ihr im Supermarkt zu einem Schnäppchenpreis kaufen, dazu sind sie anständig verpackt und ihr habt keinen Verkäufer der euch noch Safran aufschwatzen will.

Die Emirate sind einen Besuch wert. Die Menschen dort sind sehr freundlich, zumindest meiner Erfahrung nach. Sie erklären sehr gerne ihre Kultur und ihre Religion.

Mein Tipp: zwei Tage Dubai Städte-Trip und danach in Ras Al Khaimah, Ajman oder Fujairah an den Strand.

Bücher die in die Welt "1001 Nacht" entführen. Mein persönlicher Favorit: Tausend strahlende Sonnen. (Leider habe ich keine Rezension dazu, aber versprochen, das Buch ist richtig gut!).

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Fernweh begleitet mich jeden Tag. Ich hoffe euch hat der kurze Ausflug in die Emirate gefallen. Wenn ihr Fragen habt immer her damit, ich kenne mich dort recht gut aus. Auch sei an dieser Stelle erwähnt dass es in diesem Bericht lediglich um die Emirate als Urlaubsziel geht – politische oder religiöse Meinungen sind hier nicht relevant.

Wart ihr schon dort oder würdet ihr gerne einmal hin?







02 Januar 2018

Warum bloggen?
Bloggen ist ein bisschen wie Therapie. Und das Jahresende macht mich immer ein wenig sentimental. So habe ich mir Gedanken gemacht warum ich diese Webseite überhaupt führe, und wie ich dazu gekommen bin. Passend zum Neuen Jahr also ein kleiner Rückblick.


Ich weiß noch es ging alles Hand in Hand und unglaublich schnell. Ich immer viel gelesen. Als Kind habe ich noch einen Bibliothek-Ausweis gehabt und bin fast jeden Tag dort aufgeschlagen. Das Gebäude war ein grauer Bunker mit Nachkriegscharme. Die Regale waren in den 80igern schon alt und die Bücher fielen zum Teil schon auseinander.

Mein Leseverhalten war noch nicht besonders ausgeprägt, daher bin ich von einem Genre ins andere gesprungen. Ich habe Kassetten-Hörbücher mitgenommen und Bücher übers Zeichnen. Ich saß Stunden in meinem Zimmer und habe „???“ gehört und dabei gezeichnet. Ich habe mir Geschichtsbücher geliehen, weil ich mich sehr dafür interessiert habe. Ich habe die Geschichte um Siddhartha aufgesogen wie ein Schwamm und mich mit Ägyptologie beschäftigt. Ich habe Tonnenweise Jugendbücher mit nach Hause genommen. Meine Freundinnen und ich haben „Die wilden Hühner“ quasi gelebt.

Auch als Teenager habe ich das Lesen nicht verloren, es kamen Harry Potter, Cornelia Funke und auch Herr der Ringe. Ich habe mich immer wohl gefühlt zwischen den Seiten, jedoch auch nie unwohl in der realen Welt.

Als ich meine Ausbildung in München begonnen habe, bin ich täglich fast 2.5 Stunden im Zug gesessen. Da schafft man ein paar Seiten. Auch nach der Ausbildung bin ich weiterhin gependelt und habe teilweise 2 Bücher pro Woche gelesen. Und da ist es passiert! Ich bin irgendwie auf lovelybooks gestoßen.

Vermutlich weil ich etwas gegoogelt habe wie „Bücher kostenlos bekommen“ „Bücher geschenkt“ „Bücher gewinnen“ oder etwas in der Richtung. Nicht weil ich finde das Bücher kein Geld wert wären, aber bei einem Verschleiß von ca. 8 Büchern im Monat, muss man seine Finanzen ein wenig unter Kontrolle halten.

Der Grundstein war gelegt. Ich war bei lovleybooks angemeldet und innerhalb von wenigen Wochen habe ich meinen Blog begonnen. Wie es dazu kam ist in meiner Erinnerung ein wenig verschwommen. Viele Blogger sind bei lovelybooks unterwegs und so bin ich auf das Blog-Thema aufmerksam geworden. Mir hat es gefallen wie sich manche intensiver mit Büchern beschäftigen und besonders auch die nette Community

Besondere Highlights meines bisherigen Bloggerlebens waren natürlich die Buchmessen und Events! (Meine schöne Begleitung ist übrigens Meike!)

Nun bin ich hier! Ich habe tolle Menschen über das Bloggen kennen gelernt. Menschen die mein Leben sehr bereichern. Ich finde ich großartig wie schnell man sich kennenlernt und wie hilfsbereit alle sind. Zu Beginn sehen die meistens Blogs (meiner allen voran) ziemlich leer und durcheinander aus. Eine Webseite schön zu gestalten will gelernt sein: Learning by doing.
Ich hatte im letzten Jahr eine unglaubliche Lese- und Blogflaute! Es hatte sich viel geändert in meinem Leben (nicht negativ, aber eben doch Veränderung) und ich musste erst wieder meinen Rhythmus finden.

Bloggen macht mich tatsächlich einfach glücklich. Und meine neuen Rezensionen sind mir eine Herzensangelegenheit.

An jeden: Fühl dich gedrückt! Ich freue mich das wir in einer gemeinsamen Community sind die so hervorragend ist.




28 Dezember 2017

[Rezension] Jeanette Winterson - Wunderweiße Tage. Zwölf winterliche Geschichten
Zwölf Weihnachtsgeschichten, von ganz einfachen Geschichten über Freundschaften bis hin zu magischen Weihnachnachtserzählungen. Zwölf Geschichten für die Zeit zwischen Weihnachten und Dreikönige, genannt Rauhnächte

Das Buch habe ich von Wunderraum bekommen, dem neuen Verlag der Random House Gruppe. Alle Bücher des Verlags sind mit ganz viel Sorgfalt gestaltet, der Portfolio ist bisher noch sehr überschaubar.


Ich habe mir das Buch als Weihnachtslektüre vorgenommen. Allerdings habe ich es nicht geschafft in jeder der Rauhnächte eine Geschichte zu lesen (wie ich es mir vorgenommen hatte)

Das Vorwort! Ach pure Liebe! Eigentlich bin ich kein Fan von dem Vorwort in Büchern, oft finde ich es tatsächlich retaiv öde. Das ist in diesem Fall etwas anderes. Das Vorwort ist ein kurzer Ausflug in die Geschichte von Weihnachten. Von Antike bis Coca Cola.


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Die einzelnen Geschichten sind mal "spannender" und mal unkompliziert und leicht. Mein Absoluter Favorit ist die Geschichte über die lebenden Schneemänner (und Frauen). Die Erhlung lässt sich am besten mit magisch beschreiben. Wenn mein kleiner Neffe schon alt genug wäre hätte ich ihm die Geschichte sofort vorgelesen. 
Aber auch die Geschichte um das verfluchte Haus - Gänsehaut lässt grüßen.

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Jede Story hat ihre eigene Botschaft und soll nicht nur unterhaltsam sein. Freundschaft und Familie. Für mich ist das auch der Kern der Weihnachtstage, mit Freunden und Familie zusammen sein. Selbstverständlich braucht man dazu genau genommen nicht Weihnachten ansich. Aber ein kleiner Schubs, raus aus dem Alltag, ist sicher nicht verkehrt.

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Bei uns im Süden Bayerns sind die Rauhnächte den meisten ein Begriff. Ich weiß tatsächlich aber nicht wie es im Rest Deutschlands aussieht. Daher ein paar Fakten zu den mystischen Nächten um die Feiertage:

  • Rauhnächte werden auch Glöckelnächte, Rauchnächte oder Weihnächte (WeiHnächte, nicht WeihNnächte - stimmt aber auch häufig) genannt 
  • 11 Tage und 12 Nächte, die quasi nicht existent sind! Warum? Um die Differenz zwischen zwölf Monaten in Mondphasen (354 Tage) und dem Sonnenjahr (365 Tage) auszugleichen fügten die Kelten 11 Schalttage ein – und sahen diese Tage nun als außerhalb der Zeit liegend an
  • die erste schriftliche Erwähnung der Rauchnächte stammt aus dem 16. Jahrhundert,  vermutlich entspringen die 12 heiligen Rauhnächte dem germanischen Mondkalender
  • der Begriff Rauhnacht kommt vermutlich vom Weihrauch, da in dieser Zeit viel geräuchert wird, um das Böse zu vertreiben
  • die „Wilde Jagd“ im Bayrischen Wald, angeführt von Frau Holle und Odin, findet ebenfalls zur Zeit der Rauhnächte statt. Also - keine weiße Wäsche aufhängen, denn sonst kann es passieren dass Odin sich ein Wäschestück schnappt, um es als Leichentuch für den Besitzer der Wäsche zu verwenden
  • was man in einer Rauhnacht träumt, soll tatsächlich in den nächsten Monaten des neuen Jahres geschehen

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Welche Frage liegt mir nach der letzten Seite auf der Seele:
Wie feiert ihr Weihnachten?

Bei uns zuhause läuft alles sehr ruhig und unspektakulär ab. Am 24ten Abends Essen wir (die ganze Familie Väterlicher Seits) gemeinsam, trinken Wein und beschenken und gegenseitig. Am 1ten Weihnachtsfeiertag geht es immer zu meiner Oma (dieses Mal Mütterlicher Seits), wir Essen gemeinsam Mittag und gehen spazieren, bevor wir uns auch dort gegenseitig beschenken. 

Sehr  besinnlich und familiär.

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Mrs Wintersons Weihnachtsgeschichten sind Magie für die Seele. Nicht nur schön zu lesen, sondern auch zum Vorlesen. Oder einfach um die Zeit zwischen Mittagsmahl und Abendlichem Festschmaus zu überbrücken. 
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Erscheinungsdatum: Oktober 2017Verlag: wunderraum Preis:24,00 [D] | ISBN: 978-3-336-54785-2Seiten: 352 Seiten | Sprache: Deutsch

Dies ist ein Rezensionsexemplar.