[Rezension] Höllenjazz in New Orleans - Ray Celestin - misshappyreading

30 April 2018

[Rezension] Höllenjazz in New Orleans - Ray Celestin

In New Orleans ist ein Serienmörder auf der Jagd nach Menschen. Er hinterlässt bei seinen Opfern keine Spuren außer blutigen Tarotkarten. Nicht nur die Polizei heftet sich an seine Fersen, Privatdetektive und die Mafia wollen dem ganzen Ebenfalls ein Ende setzen. Der Axeman von New Orleans ist nicht nur reine Fiktion - er mordete tatsächlich.

Das Buch hat mich sofort angesprochen. Es begeistert mich immer wieder wenn Bücher auf wahren Begebenheiten beruhen. Der Axemann von New Orleans war mir bereits ein Begriff aus den Podcasts 'Unsolved Murders' von Parcast (gehört auf Spotify, hier der Online Podcast Teil 1, Teil 2, Teil 3).





Die Rezension ist nicht unbedingt einfach. Ein paar Dinge haben mir wirlich gut gefallen, ein paar Dinge fand ich recht anstrengend beim Lesen. Etwas womit ich immer zu kämpfen haben in diversen Lektüren: zu viele Charaktere. Wir haben hier nicht nur zwei drei Erzählstränge, sondern sechs Sichtweisen: Den Cop, den Ex-Cop, die Detektivin, den Bekannten der Detektivin, den Reporter.

Der Autor ist, wie ich gelsen habe, Drehbuchautor - genau das schlägt extrem durch. Selbstverständlich ist das nicht schlecht. Für mich persönlich ist weniger mehr. Es gibt wenig Autoren die es schaffen mich mit vielen Charakteren zu begeistern (zum Beispiel George R R Martin)

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Durch die vielen Charaktere hat sich der Spannungsbogen für mich sehr in die Länge gezogen. Das macht der Autor durch einen entertainenden und flüssigen Schreibstil wett. An sich ist die Geschichte stimmig und sehr gut erzählt. 


Besonders die einzelnen Schicksale sind interessant und geben dem Buch eine persönliche Note. 

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Tatsächlich hatte ich mir bei dem Buch eine deutlich düsterere Stimmung gewünscht. Ich meine den Axeman gab es tatsächlich. Die Zeit in der es spielt war extrem in vieler Hinsicht. 

Der Autor hat das Setting ein wenig weich gezeichnet. Als hätte er bereits den Film dazu vor Augen und mit einem FSK14 Filter geschrieben. 

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Zusammengefasst: Abgesehen von den vielen Charakteren und der entschärften Beschreibung ist das Buch gutes Entertainment.Vielleicht war es für mich ein bisschen schwieriger, gerade weil ich mich schon mit dem Axeman beschäftigt habe und damit eine besonders hohe Erwartung hatte.

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Der Axeman von New Orleans ist einer der bekanntesten Serienmörder der nie gefasst wurde. Doch es gibt noch andere. Das sind die drei bekanntesten ungelösten Mordserien.
  • The Zodiac - 1968-1969 - 37 Opfer (laut eigener Aussage, 5 offizell bestätigt)
  • Jack the Ripper - 1888-1891 - 5 Opfer (Zahl könnt deutlich höher sein)
  • Monster of Florence - 1968-1985 - 14-16 Opfer
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Welche Frage liegt mir nach der letzten Seite auf der Seele:
Funktioniert der Mix aus Wahrheit und Fiktion?

Es gibt Bücher die mich wirklich umgehauen habe. Zum Beispiel 'Der freundliche Mr Crippen' - ein Buch das auf einer wahren Begebenheit basiert. Tatsächlich kann ich für mich sagen dass mir diese Bücher immer besser gefallen wenn ich mich erst nach dem Lesen mit den Fakten beschäftige. Das ist sicherlich auf hier der Fall. Je weniger man vorher weiß, desto unvorbelasteter geht man an die Sache ran.

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Solide Spannungslektüre. Für mich zu viele Charaktere die einzeln genommen aber wunderbar in der Geschichte funktionieren. 

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Erscheinungsdatum: März 2018 | Verlag: piper | Preis: € 16,00 [D] | ISBN: 978-3-492-06086-8  | Seiten: 512 Seiten | Sprache: Deutsch

Dies ist ein Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung.




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