[Rezension] Mein Herz und andere schwarze Löcher - Jasmine Warga - misshappyreading

18 April 2015

[Rezension] Mein Herz und andere schwarze Löcher - Jasmine Warga


bibliographische Angaben

Erscheinungsdatum: April 2015
Verlag: Fischer Verlage (inkl. Leseprobe)
Preis: € 16,99 [D]
ISBN: 978-3-7373-5141-6
Seiten: 384 Seiten
Sprache: Deutsch






»Ich küsse ihn. Wir küssen uns! Ich versuche, mich nicht zu fragen, ob das nun richtig oder falsch ist. Mein Herz hämmert, und ich hoffe, dass sein Herz genauso wild klopft. Ich weiß, dass die Menschen einander seit tausend Ewigkeiten küssen, aber jetzt, in diesem Augenblick, fühlt es sich an, als wäre das Küssen ein Geheimnis, das nur Roman und ich kennen.«

Wenn dein Herz sich anfühlt wie ein gähnendes schwarzes Loch, das alles verschlingt, welchen Sinn macht es dann noch, jeden Morgen aufzustehen? Aysel will nicht mehr leben – sie wartet nur noch auf den richtigen Zeitpunkt, sich für immer zu verabschieden. Als sie im Internet Roman kennenlernt, scheint er der perfekte Komplize für ihr Vorhaben zu sein. Und während die beiden ihren gemeinsamen Tod planen, spürt Aysel, wie sehr sich auf die Treffen mit Roman freut, wie hell und leicht ihr Herz sein kann. Und plötzlich ist der Gedanke, das alles könnte ein Ende haben, vollkommen unerträglich ... Aysel beginnt zu kämpfen. Um ihr Leben. Um sein Leben. Und um ihre gemeinsame Liebe.

Eine Geschichte über zwei, die den Tod suchen – und die Liebe ihres Lebens finden … (Klappentext)

Von der ersten Seite an, ach was schreib ich, vom ersten Satz an, hat mich dieses Buch gepackt und nicht mehr losgelassen, selbst nachdem ich es ausgelesen hatte. Wir treffen Aysel und Aysel plant ihren Tod. Es ist schrecklich von ihren Gedanken zu lesen. Ich wollte sie aus dem Buch ziehen und sie anschreien: Es lohnt sich zu leben! Aber das konnte ich nicht. Und so musste ich weiter daneben stehen, als sie sich mit FrozenRobot verabredet.
Es gibt nicht viele Bücher die einen wirklich direkt ins Herz treffen. Aysel und Roman schaffen genau das. Wer sich noch nie zuvor mit dem Thema Depression beschäftigt hat wird ihr ein eine düstere Welt voll Selbstzweifel geführt. Doch es ist nicht aussichtslos. Aysel findet in kleinen Schritten in die Welt zurück. Man möchte sie an der Hand nehmen und ihr helfen. Man möchte Applaus klatschen als sie ENDLICH an ihrem bevorstehenden Selbstmord zweifelt.
Über die ganze Geschichte hinweg habe ich mich gefragt was ihr Vater wohl getan hat. Was ist passiert, dass seiner Tochter so ein Stigma verpasste. Was genau vorgefallen ist erfährt man erst gegen Ende der Geschichte.
Romans Wunsch zu sterben ist besonders groß, seine Geschichte besonders traurig. Ich konnte es bis in die Fingerspitzen fühlen - die Schuld die auf ihm lastet.

Aysel und Roman habe ich sofort gern gehabt, man leidet mit ihnen, man hofft mit Aysel, man trauert mit Roman. Jasmine Warga hat zwei wundervolle und sehr traurige Charaktere geschaffen, die diese Geschichte absolut abrunden. Die "Nebenrollen" bleiben recht farblos, was nicht weiter verwunderlich ist. Aysel und Roman sind beide depressiv und haben sich in ihre eigene dunkle Welt zurück gezogen. Doch Mike, Aysels Bruder, ist einer der Gründe, warum Aysel wieder ins Leben zurückkehren möchte.

Die Geschichte ist aus Sicht von Aysel geschrieben. Man erlebt ihre Gedanken hautnah. In einer jungen Sprache vermittelt Jasmine Warga die Grausamkeit des Alleinseins. Ich flog nur so über die Seiten. Und ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen das jemand Probleme haben könnte der Erzählung zu folgen.

Kein Happy End, kein Nicht-Happy End. Es ist ein Ende das ich Jasmine Warga glaube. Es ist das einzige Ende dass das Buch haben konnte. Ohne zu spoilern: Etwas anderes hätte ich nicht "geglaubt". Hoffnung ist so wichtig, aber Wunder passieren nicht einfach so. Ein perfektes Ende.

Ich finde das Cover eigentlich ganz schön, aber es sagt NICHTS aus. Wenn man das Cover ansieht könnte es in dem Buch um absolut alles gehen oder? Ich mag aussagekrägtige Cover, wobei ich dieses ansich nicht schlecht finde. 
Aber ein muss ich in dem  Zuge noch los werden: Warum werden die Titel immer länger? Gerade so passen noch alle Wörter des Titels aufs Cover. Gibts nichts Knackiges mehr? Wobei das Buch ja auch eins zu eins so im Original heißt. Aber kein Wunder das die Cover immer langweiliger werden, der Titel muss ja drauf passen.
Irgendwie ärgert es mich, das ich den Titel trotzdem gut gewählt finde *grummel*

Dieses Buch wird sich einreihen in die "Must-Read-Books" 2015 - wie "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" letztes Jahr. In dem Fall lohnt es sich auf jeden Fall.
Das Buch hat erst mein Herz gefangen, es zerrissen, dürftig zusammengeflickt und mich dann damit auf der letzten Seite stehen gelassen. Traurig, hoffnungsvoll, LESENSWERT.



Für mein Leseexpemplar möchte ich mich ganz herzlich beim Fischer Verlag als auch bei Vorablesen bedanken.




Welches ging euch schon mal richtig nah?

Kommentare:

  1. Hi :)

    Das Buch hört sich richtig interessant an. Obwohl ich solche Bücher eigentlich nicht so gerne lese glaub ich überlege ich es mir bei diesem mal :)

    P.S.:
    Hättest du vielleicht Lust zum mitmachen? :3
    http://melllovesbooks.blogspot.co.at/2015/04/wander-tag.html

    Liebe Grüße, Mell

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    1. Hi Mell,
      ja das Buch ist wirklich toll. Überleg es dir :D
      Danke dir, kann leider mit den Tags immer nichts anfangen o_O
      Aber gaaaaaanz lieben Dank fürs an mich denken :-*
      Grüße Nadine

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  2. Huhu liebe Nadine! :)

    Das hört sich nach einem sehr bewegenden Buch an.
    Ich hab ja immer ein wenig Bammel vor solchen Geschichten, doch ich glaube und hoffe, dass sich das hier so richtig auszahlen könnte - wandert gleich auf meine WuLi! :)

    Liebste Grüße
    Nina ♥♥♥

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    1. Hi Nina,
      ja das Buch geht einem wirklich an die Nieren, aber es lohnt sich auf jeden Fall :D
      Grüße Nadine

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  3. Hallöchen Nadine,
    ach das klingt absolut nach einem Buch, dass ich einfach lesen muss. Muss, muss, muss! :D Ich muss es lesen. Du machst es mir aber auch verdammt schmackhaft!
    Ein Buch, das mir richtig nah ging, war zum Beispiel "Der Märchenerzähler" von Antonia Michaelis oder auch "All unsere Träume" von Julie Cohen, ebenso wie "Ein letzter Brief von dir" von Juliet Ashton. Hach ja..

    Liebst, Lotta

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    1. Lottalein :D
      Ja das Buch muss man fast lesen, es ist wirklich toll.
      Den "Märchenerzähler" hatte ich schon oft im Blick, auf dem nächsten Büchershoppingtripp wandert es vermutlich endlich in die Tüte ;)
      Grüße Nadine

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  4. Eine sehr, sehr schöne Rezi! Für mich stand bereits fest, dass ich dieses Buch lesen muss. Deine Rezi gibt mir jetzt aber nochmal das sichere Gefühl, dass mir das Buch ganz bestimmt gefallen wird :)

    Liebe Grüße
    Juliana

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    1. Hallo Juliana,
      da bin ich mir auch sicher, ich fand es wirklich sehr lesenswert.
      :-* Nadine

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  5. Hey,

    danke, dass du an der Abstimmung teilgenommen hast! Deine Rezension gefällt mir sehr gut und ich bin wirklich gespannt auf das Buch, wenn es denn das am Ende weeden wird ;)

    Liebe Grüße
    Charly

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  6. Huhu Nadine,

    man merkt richtig wie nah dir dieses Buch gegangen ist. Wenn es schafft dich so zu berühren wie dieses hier, dann muss es einfach gut sein! =) Deine Rezension ist wirklich total vielschichtig und gefällt mir total gut! Wie du auf die Charaktere, den Plot und sogar auf das Cover mit Titel eingehst ist mehrere Schmunzler wert gewesen. Das Buch habe ich auch schon gelesen und war damals sehr davon angetan. Ich habe nur kurz vorher einen Bollywoodfilm mit einer ähnlichen Thematik angesehen, der mir einfach ein Tick besser gefallen hat.
    Auf jeden Fall noch zu deiner Frage am Schluss: richtig, richtig nah ist mir letztens erst "All die verdammt perfekten Tage" gegangen. *Lach* Hat übrigens auch ein ähnliches Thema. =') Aber ehrlich, dieses Buch war verdammt nochmal perfekt. =)) Ansonsten mochte ich "Die letzten Tage von Rabbit Hayes" auch total gerne, genauso wie auch "TFioS". *-*

    Ganz liebe Grüße
    Leni =)

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  7. Hmm okay, wenn du es so formulierst scheint das Buch wohl nicht sonderlich gut auszugehen, was ich aber nicht schlimm finde. Als ich das Buch zum ersten mal entdeckt habe, wollte ich es unbedingt lesen, aber je mehr Rezensionen ich dazu sehe, desto bedrückender scheint das Buch zu sein und ich weiß nicht so genau, ob das was für mich ist.

    Liebe Grüße
    May

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